Campione d´Italia
Spielkasino von Mario Botta im Tessin fertig
Am 9. Mai 2007 wurde in Campione d'Italia, einer italienische Exklave im Schweizer Kanton Tessin, der Neubau eines Spielkasinos nach den Plänen des Tessiner Architekten Mario Botta eröffnet.
Das 13-geschossige Bauwerk hat umgerechnet 90 Millionen Euro gekostet und soll Platz für 560 Slot Machines, 56 Spieltische und 3.000 spielfreudige Besucher bieten. Daneben beherbergt es die zu dieser Nutzung gehörenden Hotelräume. Das Gebäude ist 70 Meter hoch und verfügt über eine Geschossfläche von 63.500 Quadratmetern.
Das mit Naturstein verkleidete Gebäude setzt sich aus verschiedenartigen, größtenteils geschlossenen Baukörpern zusammen. Die Fassaden werden von schmalen Fensterschlitzen gegliedert. Die Gestalt des Kasinos wird von zwei schmalen, monumental wirkenden Scheiben dominiert. Ihnen zur Seite hat Botta terrassierte Kuben gestellt. Durch eine große Freitreppe abgesetzt, schließt an diese ein schmaler Bau mit halbkreisförmigen Grundriss in Richtung der Altstadt an.
Das Projekt wird vor Ort derzeit heftig kritisiert: Die große Baumasse erschlage die umgebende Bebauung.
So viel zu Einleitung. Was Mario Botta in Campione verbrochen hat finde ich unverantwortlich. In rücksichtslosem Architekten-Narzissmus hat er es geschafft, einem kleinen italienischen Dorf im Tessin jeglichen Charm zu nehmen. Jeden sensiblen Blick auf das Umfeld (was meiner Meinung nach einen guten Architekten ausmacht) hat er abgeschaltet und eine Burg errichtet, die das Heim eines Herrschers im Barain sein könnte. Die Häuser hinter dem Casino wurden vom See abgeschnitten, die umliegenden dienen nur noch als "Personalwohnungen". Touristen vertreibt Campione erfolgreich. Mit Schadenfreude kann es einen nur noch erfüllen, dass das Casino nicht die erhofften Erfolge erzielt. Mein Gott war Campione früher mal schnuckelig und charmant!! Nun ist es durch diese Bausünde vollkommen entstellt worden.
Seine Klientel scheint darauf jedenfalls keinen Wert zu legen.