Riesennatter über Origami
Snøhetta gewinnen Wettbewerb in den Arabischen Emiraten
Bauen auf der „Grünen Wiese“ war gestern – Bauen auf „Rotem Wüstensand“ ist heute: Im Januar 2007 stellte das norwegische Architekturbüro Snøhetta (Oslo) ein neues Hotelprojekt in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) vor. Gebaut wird allerdings nicht in Dubai, sondern in Ras Al-Khaimah, dem jüngsten Staat der VAE.
Der Hotelkomplex, der neben mehrsternigen Unterkünften auch ein Kongresszentrum, Ausstellungsräume und eine Shopping-Mall vorsieht, besteht aus zwei Gebäudeteilen: Einer flachen Struktur, die wie aufgeschnittene Papierblätter über dem Boden zu schweben scheinen, und einem rund 160 Meter hohen Turm, der an eine Kobra erinnern soll. Das Projekt wird rund 300.000 Quadratmeter Fläche (BGF) umfassen.
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gige Bauqualität, prächtige Palmenboulevards,
reiches, hippes, pastellfarbenes Publikum, lange
Cabriolets etc... Miami Beach für richtig Reiche
eben!
Und? Nix da! Hektische Bautätigkeit. es entstehen
30-geschossige Büro- und Wohntürme auf Vorrat.
Teils mit PoMo-Fassaden (!). Zu Hunderten.
Massenware ohne Witz oder Originalität. Wer soll
die alle nutzen? Mitarbeiter der Ölfirmen und Ban-
ken? Soviel gibt´s gar nicht! Touristen? Bei der
landschaftlichen Hässlichkeit, der Abwesenheit
jeglicher Urbanität, jeder sichtbaren Geschichte?
Las Vegas hat wenigstens Witz!
Und wie zeigen sich Reichtum und Luxus? Weiße
SUV´s mit schwarzen Scheiben huschen vom
7-Sterne-Hotel zur nächsten Mall (Gähn!) oder
ins Wüstencamp.
Landschaftsarchitektur findet auf Hotelgrund-
stücken hinter Berliner Mauern statt. Einlass nur
bei mindestens einer Tischbestellung...
Und drinnen? Oh Gott: Wie auf der Queen Mary.
Oder wie überall. Travertin, Messing, Velour, Ho-
nigfarben. Grauslig! Holliday Inn für Reiche.
Aber der Service ist beeindruckend. Sollte man
aber auch erwarten bei € 800,- die Nacht. Pro Person...Und das nicht für die Suite!
Außer rülpsenden Russen will doch da bald kei-
ner mehr hin.
Schelle Ölgewinne in Real Estate zu investieren
empfiehlt sich gewiss. Nur: Doch nicht dort!
Lieber in Barcelona oder Sydney oder Hanoi!
Ich jedenfalls erwarte irgendwann das Platzen
einer riesigen Immobilienblase. Aus dem Fenster
muss dann freilich keiner springen. Schließlich
hat man alles bar aus der Portokasse bezahlt...
steht zwar etwas verloren im nirgendwo, "entortet", aber als solitär gesehen ist das doch mutige, visionäre architektur auf der höhe der zeit und der bautechnischen und formalen möglichkeiten! (falls jemals realisiert)
die architektonischen visionen finden eben am beginn des 21. Jahrhunderts nicht mehr in mitteleuropa, sondern im arabischen und asiatischen raum statt. daran werden wir uns gewöhnen müssen...