Landzunge
Masterplan für Hafenkonversion in Tianjin präsentiert
Im chinesischen Tianjin wurden unlängst die Pläne für die Transformation des dortigen Hafenareals präsentiert. Das meldet worldarchitecturenews am 11. Januar 2007. Tianjin liegt im Nordosten Chinas, südöstlich von Peking.
Der 140 Hektar große Gelände wird demnach nach dem Masterplan des New Yorker Büros Perkins Eastman bebaut. Vorgesehen ist eine Mischung aus Büro- und Geschäftshäusern, Freizeit- und Unterhaltungskomplexen, Kultur- und Kunstzentren sowie Wohngebäuden.
Die Pläne für die Bebbaung der Landzunge sehen einen zentralen Park vor, der sich über die gesamte Länge der Landzunge erstreckt und sich von Süden nach Norden konisch verjüngt. Der Park soll so die beiden vorwiegend kommerziell genutzen Endpunkte des Stadtteils verknüpfen. Flankiert wird der Grünraum durch eine beidseitige Bebbaung mit Hochhäusern die sich nach Norden hin stetig verdichtet. An dieser Stellen schlagen die Architekten ein städtebauliches Tor vor, das aus zwei Hochhäusern gebildet wird, die mit einem aus Rauten gebildeten Außenskelett.
Richtigstellung der Redaktion am 17. Januar 2007: Nach Überprüfung auf mehreren Landkarten berichtigen wir die Meldung dahingehend, dass sich das Planungsgebiet – entgegen den uns zur Verfügung gestellten Informationen – tatsächlich in der Stadt Tang-ku, 50 Kilometer östlich von Tianjin befindet. Tianjin selbst ist keine Hafenstadt. Danke an den ortskundigen Leser!
Der in absehbarer Zeit größte Hafen der Welt heißt übrigens auch Tianjin Hafen.
Uebrigens, wenn ihr ein Handy von Motorola habt, dann wurde es sehr wahrscheinlich genau hier in der riesigen Motorola-Fabrik zusammengeschraubt....
In puncto Oekologie: Binhai TEDA hat eine neue S-Bahn-Verbindung (light rail) nach Tianjin City und seit neuestem sogar eine hochmoderne Strassenbahn - meines Wissens die erste und einzige neugebaute Strassenbahnlinie in China ueberhaupt.
Unverrückbares Ergebnis dieser "Planungen" sind riesige Energieverbraucher, die eines Tages dunkel und trostlos und stromlos und menschenleer bestenfalls Kulisse für dämliche chinesische B-Karate-Movies darstellen....
2. Das fragliche Gebiet ist sicher nicht "der letzte unangetastete Bereich mit der Ursprungsbebauung Tianjins", es sei denn man haelt Gasometer, Oeltanks und Lagerhaeuser fuer "Ursprungsbebauung". Daneben gibt es einige konventionelle Wonareale aus neuerer Zeit sowie ein paar Fragmente von traditionellen Hofhaeusern. Wer chinesische Stadtplanung kennt, weiss dass der Erhalt solcher "Slums" definitiv nicht gutgeheissen wird und der beste Weg waere, einen Wettbewerb zu verlieren - traurig, aber wahr.
3. Das Wettbewerbsgebiet ist 2km vom bestehenden Stadtzentrum Tanggus entfernt und 3km vom Zentrum von TEDA, dem lokalen "Economic Development Area", das im Moment ein eigenes Stadtzentrum baut. Warum man jetzt einen Steinwurf entfernt noch ein drittes Stadtzentrum bauen muss, ist mir nicht ganz klar - die beiden bestehenden Stadtzentren machen sich schon genug unnoetige Konkurrenz.
Naja, manchmal (haeufig?, meistens?) ist chinesische Planungspolitik etwas raetselhaft...