Ein Grab für alle Menschen
Koolhaas protegiert Riesen-Pyramide bei Dessau
Keine Idee scheint zu wahnsinnig, als dass man mit ihr nicht Schlagzeilen machen könnte: Am 2. September 2007 fand das erste „Pyramiden-Fest“ im Ort Streetz bei Dessau statt, das für die Errichtung einer „Großen Pyramide“ ebendort warb.
Das Bauwerk soll – wie könnte es anders sein – die „größte jemals von Menschen errichtete Pyramide aller Zeiten“ werden, zehn mal größer als seine Vorgänger aus dem alten Ägypten. Sie soll 578 Meter hoch werden, 30 Jahre Bauzeit sind schon eingeplant.
Rem Koolhaas (Rotterdam) und Miuccia Prada konnten laut Veranstaltern bereits als Juryvorsitzende des noch ausstehenden Wettbewerbs gewonnen werden. Die Website der „Freunde der Großen Pyramide“, zu denen Ingo Niermann, Jens Thiel und Heiko Holzberger gehören, verströmt nicht gerade falsche Bescheidenheit: „Der größte Bau der Welt“, „Rettung für die deutsche Wirtschaft“ und „Ein Grab für alle Menschen“ sind die Katgorien, die die Seite gliedern: „Millionen Menschen werden jedes Jahr anreisen, um ihre mögliche Grabstätte zu besichtigen oder an Trauerfeierlichkeiten teilzunehmen. Kirchen und spirituelle Gemeinschaften aus aller Welt werden sich ansiedeln und einen direkten Blick auf die Pyramide anbieten. Die Beschäftigungseffekte im arbeitsintensiven Dienstleistungssektor werden enorm sein.“
Im Gegensatz zu „früher“ dürfen sich hier nämlich nicht nur Pharaonen bestatten lassen, auch Normalsterbliche können sich für schlappe 700 Euro einen Platz für ihre sterblichen Überreste in einem der Betonsteine, die gleichzeitig die Bausteine der Pyramide werden sollen, reservieren. Einige Millionen Urnen sollen in dem Riesensarkophag Platz finden, teilweise sollen aber auch nur Gedenksteine angebracht werden. Knapp 90.000 Euro haben öffentliche Stellen, namentlich die Kulturstiftung des Bundes, bereits für den Koloss locker gemacht.
Wenn es nach den Initiatoren geht, soll bereits 2008 soll mit den Bauarbeiten begonnen werden. Sie haben aber nicht mit dem Widerstand der Anwohner gerechnet: „Wir wollen keine 5 Millionen Tote in Streetz!“ hieß es auf deren Protesttransparenten anlässlich des „Pyramidenfests“.
Nur ob man die Region mit Toten beleben muss ist mir fraglich.
Klar, die Idee allein mit der Pyramide ist sehr gut und wird sicher die Region, ja sicher mehr als nur die Region beleben!
Es würde doch auch reichen, wenn man sich dort auf irgendeiner Weise verewigen könnte. Steinflächen bekritzeln oder so...Erinnerungsstein gut, würde auch noch gehen. Nur das mit den Toten müsste man sich meiner Meinung nach nochmal überlegen.
Gruß
Ein sich selbst finanzierendes Projekt mit ungeheuren Mitnahmeeffekten. Wer von ihnen hat so etwas schon mal auf die Beine gestellt?
Ich sehe es schon kommen: Die jetzigen Nörgler werden schon in naher Zukunft ihren Bauherren den Dessau-Effekt versprechen.
Ich stufe die Pyramide gleich mit dem WJD -world jump day, um die Umlaufbahn der Erde zu ändern- ein...
Doing... ;S
Die Stadt Dessau ist tot, es lebe das Grab!
Endlich wieder ein Superlativ für den Osten.
Für den Bau wären dann diverse Verkehrswege, wie z.B. Autobahnen, Landstraßen (B6), Schifffahrtswege (Elbe, Mulde, näherungsweise auch die Saale), Flugplätze/-häfen (Dessau/Leipzig) entsprechend grundhaft auszubauen, damit das One-Way-Ticket auch zum letzten Ziel führt.
Lange nicht so gelacht ;-)