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https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen_Grundsteinlegung_fuer_die_ungarische_Botschaft_in_Berlin_6079.html

10.11.1999

Piroschka im Großstadtkleid

Grundsteinlegung für die ungarische Botschaft in Berlin


In Anwesenheit des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán und des deutschen Bundesaußenministers Joschka Fischer wurde am 10. November 1999 in Berlin-Mitte der Grundstein für den Neubau der ungarischen Botschaft gelegt. Der Entwurf stammt vom Budapester Architekten Ádám Sylvester, dieser hatte damit den nationalen Wettbewerb gewonnen.

Das Grundstück Unter den Linden / Ecke Wilhelmstraße, auf dem die neue Vertretung Ungarns entstehen wird, war nach dem Abriß der vorher bestehenden Gebäude Anfang der Sechziger Jahre den Ungarn von der DDR zugesprochen worden. Es entstand ein moderner Skelettbau mit Stahl-Glas-Fassade, der sich deutlich absetzte vom üppigen Stil der frühen Fünfziger Jahre, von den Wohnbauten der Stalinallee und vor allem von der gegenüberliegenden Sowjetischen Botschaft. Nach der Übergangzeit als Außenstelle der ungarischen Botschaft zwischen 1990 und 1999 wurde trotz verhängten Denkmalschutzes der Abriß des Neu-Altbaus beschlossen, der inzwischen für die Nutzer zu groß und unzweckmäßig erschien. Der Berliner Senat unterstützte das Vorhaben im Hinblick auf die Wiederherstellung des Einheitsbildes an der Berliner Prachtmeile.

Der Architekt sieht auf einem Teil des Gesamtgeländes ein "Berliner Haus für die Ungarn" vor - ein ungarisches Haus in Berlin sei mit den Vorgaben zur Gestaltung an dieser prominenten Stelle Berlins nicht umsetzbar gewesen, ließ er schon bei der Entwurfsvorstellung im Frühjahr 1999 verlauten. Die Fassade des siebengeschossigen Eckbaus wurde mit Inspiration durch den österreichisch-ungarischen Sezessionsstil der Jahrhundertwende klar gegliedert und aufwendig verkleidet. Graugelber Sandstein in Kombination mit speziell angefertigten glasierten Keramik-Fassadenplatten stellen den Bezug zum Nutzer her und bleiben trotzdem im Rahmen der farblichen und materialbezogenen Vorgaben durch die Stadt. Die Fassadenöffnungen sind sämtlich auf ein einziges Diagonalverhältnis zurückzuführen, hochformatig-elegant stehen sie an der Straße Unter den Linden und der Wilhelmstraße nahe dem Pariser Platz.
Auf dem übrigen Teil des Areals wird ein unabhängig geplantes Büro- und Geschäftshaus (Architekten: Deubzer König, Berlin) entstehen.
Das Botschaftsgebäude, das schlüsselfertig von der aus Dresdner Bank AG und der Roland Ernst Unternehmensgruppe gegründeten EP Euro-Projektentwicklungs GmbH erstellt wird, soll im April 2001 fertiggestellt werden.

Abbildung: Ungarische Botschaft

Weitere Informationen über dieses Projekt finden Sie in der BauNetz-Übersicht Botschaften und Landesvetretungen in Berlin.


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