Aktive Welle
Coop Himmelb(l)au gewinnen Museumswettbewerb in Shenzen
Coop Himmelb(l)au haben den Wettbewerb für den Neubau eines „Museums für Gegenwartskunst und Planungsausstellung“ in der chinesischen Sonderwirtschaftszone Shenzen gewonnen.
Die Architekten erläutern ihren Entwurf: „Der Entwurf stellt einen städtischen Treffpunkt dar und dient als ein dynamisches Element in dem progressiven System im Zentrum der Stadt, dem „Futian Cultural Center“. Das Gebäude mit seiner Grundstücksfläche von 30.000 Quadratmetern integriert sich in die Sprache des vorgegebenen Masterplans. Es repräsentiert die Entdeckung eines herausragenden individuellen Objekts.
Die Form des 40 Meter hohen Gebäudes ist das Ergebnis einer vertikalen Verdrehung vom rechteckigen Erdgeschossgrundriss bis zum Dachgeschoss. Dadurch wird die Eingangssituation aus der Axialität der Kulturzone im Futian District und den Verkehrsströmen gedreht. Die Verdrehung schafft ein dynamisches Gebäude in Form einer ‚aktiven Welle‘. Durch die Verwendung von schwarz eloxiertem Stahl und schwarzen Glasscheiben erstarrt die ative Welle zu einen urbanen Monolithen.“
Gibt es denn niemanden mehr, der sich fuer den Raum interessiert?
Meinen Respekt kriegen die Leute die sich bewegen können.
Interessanter Weise hat deren siegreicher Entwurf nichts mehr mit der originalen Wettbewerbsidee zu tun. Ich habe mir die Ausstellung im Shenzhener Citic Center angesehen und wirklich aufregend waren die Wettbewerbsbeiträge wirklich nicht. Während der Beitrag von Coop Himmelb(l)au sich in der ersten Runde wenigstens durch eine eigene Idee von vielen anderen Beiträgen abhob, geht er jetzt, soweit man das auf dem Bild beurteilen kann, ebenso im Einheitsbrei unter. Für eine Stadt wie Shenzhen die kulturell nicht viel zu bieten hat und sich zum Ziel gesetzt hat durch Architektur touristisch bekannter zu werden (und das wird nicht bloß gemunkelt) ist der Name vielleicht doch Programm.
Das "Daniel" ein wenig betrübt ist, dass sein eigener "großer Wurf" nur unter "ferner liefen" im Wettbewerb landete, kann man vielleicht noch nachvollziehen. (Wenn einen auch mitleidige Gefühle packen, dass er scheinbar an anonyme Wettbewerbe glaubt - Das verhält sich bei Spitzenbüros so als würde man bei einem Porsche und einem Ferrari die Embleme entfernen um die Karossen in einen anonymen Vergleichstest zu schicken...). Das "Sverris" glaubt, große Architektur sei nur im Einklang mit großen Worten und nicht in Begleitung von Bildern gestattet, er dementsprechend auch einen Screenshot von einem Rendering nicht unterscheiden kann, wird ihm höchstens der alte Eisenman nicht nachtragen. Der schlimmste ist aber natürlich Martin, der sich anmaßt zu behaupten das Projekt sei beliebig, hätte kein Thema und keine Aussage. Wer bei der Sachlage so etwas äußert, hat den Beruf des Architekten wirklich total verfehlt und sollte seine Provinz-FH schleunigst verlassen und wieder in die Tischlerei zurückkehren. Jungs, eines ist wohl ziemlich offensichtlich. Ihr alle habt in eurem Leben noch nie an einem hochrangigen Wettbewerb mitgewirkt und habt nicht die geringste Vorstellung von den Anforderungen eines solchen Unterfangens. Eure Professoren sollten euch vor allem mal von dem Irrglauben befreien, man könne mit einem tollen Rendering einen Wettbewerb einer solchen Größenordnung gewinnen. Von Thorsten natürlich einmal abgesehen, der hat schon alles längst durch und hinter sich gebracht. Angenehme Rentenzeit, Thorsten. Den ganzen Schwätzern hier, denen ein Chipperfield in Essen zu banal und öde und ein Himmelblau zu beliebig und ohne Aussage ist, sei eines gesagt: Man munkelt, dass Himmelblau den Wettbewerb aus einem bestehenden Projektteam heraus locker als Fingerübung an ein paar ruhigeren Tagen durchgezogen hat. Und das ganze auf einem Sieger-Niveau, von dem die meisten frustierten, untalentierten Nörgler-Studenten und arbeitslosen Kollgen ihr Leben lang nur träumen können. Tatsächlich ist es nämlich so, dass sich in den namhaften Büros weltweit die wirklich guten jungen Leute treffen. Das sind junge Architekten, die Typen wie Daniel, Sverris und Martin schon am Start uneinholbar davongelaufen sind. Teams aus solchen Talenten gewinnen dann auch Wettbewerbe. Egal unter welchem Label. Wie dem auch sei. Ich freue mich für den alten „ Architektur muss brennen“-Sack aus Wien. Gratulation!