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https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen_Chipperfields_Wiederaufbau_des_Neuen_Museums_in_Berlin_begonnen_13867.html

24.06.2003

Keine Neu-Alt-Romantik

Chipperfields Wiederaufbau des Neuen Museums in Berlin begonnen


Auf der Berliner Museumsinsel wurde am 24. Juni 2003 feierlich der Beginn der Baumaßnahmen am Neuen Museum gefeiert. Die Restaurierung und die partiellen Neubauten erfolgen nach Entwürfen des englischen Museumsspezialisten David Chipperfield, der 1997 den entsprechenden internationalen Wettbewerb gewonnen hatte.

Das Neue Museum, von Friedrich August Stüler von 1843 bis 1855 erbaut, ist im Krieg stark zerstört worden und bis vor kurzem nur als Ruine erhalten geblieben. Wie in der sehr erfolgreichen Ausstellung „Stadt der Architektur - Architektur der Stadt“ zu sehen war, waren die einzelnen Räume mit aufwändigen Wandmalereien zu den jeweilig ausgestellten Kulturkreisen und mit mythologischen Motiven ausgestattet. Die Pracht mancher erhaltenen Ausstellungssäle kontrastiert aber mit dem kahlen, ruinösen Mauerwerk, wie es beispielsweise im großen Treppenhaus zu sehen ist.
Eine Ausgangssituation also, die keine eindeutige und klare Rekonstruktionsstrategie zulässt, sondern vielmehr eine abwägende und auf Einzelheiten reagierende Sanierungstaktik.
David Chipperfield sieht eine Restaurierung des Erhaltenen vor und eine Ergänzung der fehlenden Bauteile in strikt moderner Formensprache wie beim geplanten Wiederaufbau des Südostrisalits und des Nordwestflügels.
Ähnlich Döllgasts Pinakothek in München wird dabei das Neue nicht als Kontrast zum Alten verstanden, sondern als zeitgemäße Kontinuität. Somit soll einer enthistorisierenden Rekonstruktion ebenso entgegengewirkt werden wie einer „romantisierenden Alt-Neu-Rhetorik“ (Pressemitteilung). Das historische Volumen des Neuen Museums wird mit Baukörpern aus schmucklosen Ziegeln ergänzt, wie auch die Kolonnaden wieder aufgebaut werden. Die innere Raumfolge und Lichtdramaturgie wird im Stülerschen Sinne wieder hergestellt, die unterschiedlichen Erhaltungszustände und Übergange zum Neuen bewusst beibehaltend.
Die „unsichtbare Erschließung“ des Museums, die durch den Masterplan ebenfalls vorgesehen ist, wird ob der immer noch nicht geklärten Finanzierung noch auf sich warten lassen.

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