Turner Contemporary
Chipperfield stellt neue Pläne für Museum in Margate vor
Während Einige in Berlin noch an den Qualitäten David Chipperfields (London/Berlin) als Museumsarchitekt zweifeln, wird er andernorts längst als „Wunderwaffe“ in verfahrenen Planungssituationen eingesetzt: Am 18. Juni 2007 stellte er nun seine Pläne für die Galerie „Turner Contemporary“ im englischen Margate vor.
Chipperfield war im Sommer 2006 von der Bezirksverwaltung des Kent County an Stelle der norwegischen Architekten Snøhetta mit der Planung des Gebäudes beauftragt worden (BauNetz-Meldung zur Beauftragung Chipperfields vom August 2006, BauNetz-Meldung zum Aus für die Snøhetta-Planung vom Februar 2002, BauNetz-Meldung zum Wettbewerbsgewinn von Snøhetta vom November 2001).
Chipperfields Entwurf sieht einen erratischen Baukörper vor, der in der für ihn typischen Weise skulptural überformt ist: Große Einschnitte und Öffnungen gliedern das große Volumen, das auf einer hohen Plattform an der Uferstraße gegenüber der Altstadt von Margate liegt. Breite Stufen und eine Rampe führen in das Innere des Gebäudes, in dessen zentraler Halle die Erschließung liegt. Die oberste Ebene ist den Ausstellungsräumen vorbehalten, hier hat man einen Ausblick in alle Himmelsrichtungen. Die weiteren Ebenen des Hauses sind Unterrichtsräumen, einer Galerie für und von jungen Menschen, einem Veranstaltungsraum für bis zu 80 Personen sowie einem Laden und einem Café vorbehalten.
Das mit 17,4 Millionen Pfund (rund 25,8 Millionen Euro) veranschlagte Projekt soll ab 2008 errichtet werden. Die Fertigstellung ist für 2010 geplant.
Wenn es euch schon reicht eine belanglose Kiste am Strand, ohne erkennbaren Bezug zu ihrem Kontext, abgesehen von der Terasse mit Meerblick (wow, dafür braucht es schon einen Chippo..) in das photogeschoppte Licht der Abendstimmung am Meer zu tauchen, dann , meine Herrschaften, gute Nacht!
Die Komposition als solche ist jedenfalls stark, und besonders gut proportioniert. Endlich mal wieder ein richtig guter Chipperfield - zumindest, nach dem zu urteilen, was man hier sieht -, nach eher mauen Entwuerfen in Marbach und kuerzlich in Wien (WBW). Wohltuend zwischen all dem trendy Rubbish ueberall.
Und eine aufgestellte Muschel - welch' plumpe Metapher uebrigens fuer ein Strandgrundstueck - kann mir da echt gestohlen bleiben.