Begrünter Schornstein
Öko-Hochhaus in Oslo von Schmidt Hammer Lassen
Nicht nur das höchste, sondern auch das grünste Haus Norwegens soll es werden: Gemeinsam mit einem interdisziplinären Team haben Schmidt Hammer Lassen (SHL) den „Nordic Built Challenge“-Wettbewerb gewonnen. Im „Urban Mountain Team“ arbeiteten die Dänen von SHL unter anderen mit Loop Architects, COWI und Transsolar zusammen. Bei dem Projekt handelt es sich um eine Umnutzung und Ergänzung eines bestehenden Sechziger-Jahre-Bürogebäudes direkt am Hauptbahnhof von Oslo, dessen Energieverbrauch durch den Umbau drastisch gedrosselt werden soll.
Rund 80 Prozent des teils abzubrechenden Baumaterials werden im Neubau wiederverwertet. Der Entwurf folgt also dem „Cradle to Cradle“-Prinzip und zeichnet sich außerdem durch Flexibilität und Biodiversität aus.
Vertikale Volumen sind rund um innere „grüne Lungen“ angeordnet. Sie sollen für ein gesünderes Raumklima sorgen. Diese „lebenden Wände“, die mit ortstypischen Pflanzen bewachsen sind, sollen außerdem zur Biodiversität der Region beitragen, so das Entwerfer-Team. Vom Erdgeschoss bis zur Gebäudespitze schießen Solartunnel durch das Hochhaus zu Gewächshäusern auf dem Dach, die mit dem Wärmeüberschuss des Gebäudes und dem Solar-Gewinn der Kamine energetisch versorgt werden.
Seine Umweltfreundlichkeit soll das als „Greenscraper“ betitelte Öko-Hochhaus auch nach außen zeigen: Direkt mit der Metrostation verbunden, können von dort ankommende Besucher den 1.000 Kubikmeter messenden Eisspeicher des Gebäudes betrachten. Dieser liefert die Energie für Beheizung und Klimatisierung der Büros. Den Haupteingang jedoch bildet eine von Grün durchwachsene Einkaufsmall für Bioprodukte, die die ökologischen Ambitionen der Stadt Oslo sofort erkennbar machen soll. Letztendlich wird das Grün hier zur Landmarke: Von weitem sieht das Bürohochhaus aus wie ein begrünter Schornstein.