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26.07.2016

Dachterrasse für Tempelhof

:mlzd gewinnen in Berlin


Das Feld ist riesig und die Architektur monumental, da wirkt der Ort, von dem aus in Berlin-Tempelhof einst das Fluggeschehen dirigiert wurde, fast ein wenig neckisch: Der Tower des Flughafens steht nicht aufrecht und steinern im Wind, sondern sitzt als kleiner Pavillon an der äußersten Kante des Kopfbaus am südwestlichen Ende von Ernst Sagebiels riesigem Gebäudekomplex. Seit einigen Jahren schon arbeitet man bei der Trägergesellschaft des Ensembles an der Idee, das Dach und den Tower für Besucher zu öffnen. Per Wettbewerb wurden jetzt Vorschläge für die Gestaltung der hierfür notwendigen Zugangsbereiche und der Dachterrasse gesucht, wobei auch Ausstellungsräume und ein Café Teil des Projekts sind. Entschieden hat sich die Jury unter Vorsitz von Jörg Springer schließlich für den Entwurf des Schweizerischen Büros :mlzd aus Biel. Das Ergebnis:

  • 1. Preis: :mlzd, Biel

  • Ein 2. Preis: Winking Froh Architekten, Berlin

  • Ein 2. Preis: Bruno Fioretti Marquez Architekten, Berlin

  • Anerkennung: ARGE Klaus Block, Roland Poppensieker, Berlin

  • Anerkennung: Projectiles, Paris


Interessant ist, dass mit dem Projekt erstmals eine dauerhafte Nutzung des Dachbereichs durch die Öffentlichkeit möglich wird – ein Ansatz, der ja – wenn auch in weitaus umfänglicherem Maße – die Architektur des Gebäudes von Anfang an prägte. Bis zu 100.000 Besucher sollten hier bei Flugshows auf der Dachtribüne zusammenkommen, was unter anderem auch die stattlichen Treppenhaustürme der straßenseitigen Fassade erklärt. Von der jetzt geplanten Dachterrasse wird man in Zukunft allerdings nicht nur das Geschehen auf dem Feld und in der Luft, sondern auch das Gebäude selbst in den Blick nehmen. Ergänzend soll dabei die Ausstellung Einblicke „in die historische Dimension der Flughafennutzung“ geben.

Der Entwurf von :mlzd überzeugte die Jury „durch die gelungene Verbindung zeitgemäßer Nutzungsangebote mit einem sensiblen Eingehen auf die sehr heterogene Substanz des bestehenden Bauwerks“. Die Terrasse konzipieren sie mit breiten Holzstufen, die auch zum Verweilen einladen. Im Ausstellungsbereich werden wiederum die unterschiedlichen Ausbaustufen des Gebäudes erkennbar. Den Raum gliedern :mlzd durch einen breiten Mittelgang und hohe, frei eingestellte Wandelemente.

Insgesamt werden für das Projekt nach aktuellem Planungsstand rund 8,4 Millionen Euro benötigt, die Umsetzung soll zwischen 2017 und 2019 erfolgen. Anstatt mit 100.000 Besuchern an einem einzigen Tag rechnet man übrigens heute mit deutlich bescheideneren 150.000 Besuchern pro Jahr. (sb)



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1. Preis: :mlzd

1. Preis: :mlzd

:mlzd konzipieren die Dachterrasse mit Stufen

:mlzd konzipieren die Dachterrasse mit Stufen

Im Ausstellungsraum legen :mlzd die unterschiedlichen Zeitschichten frei

Im Ausstellungsraum legen :mlzd die unterschiedlichen Zeitschichten frei

Abbildung Kopfbau West (Südseite), Foto; Birgit Dietsch

Abbildung Kopfbau West (Südseite), Foto; Birgit Dietsch

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