Kleine Architekturen für globale Herausforderungen
Zwei neue Tiny Houses auf dem Bauhaus Campus in Berlin
Bereits am 10. März 2017 startete auf dem Gelände des Bauhaus-Archivs der Bauhaus Campus Berlin mit dem ambitionierten Ziel, neue Wege in der Bildungs- und Baukultur in Form eines künstlerischen Experiments begehen zu wollen. Unter der Frage „Wie wollen wir heute wohnen, arbeiten, lernen und lehren, um die großen Herausforderungen der Zukunft zu meistern?“ werden die Initiatoren Van Bo Le-Menzel, das Kollektiv Tinyhouse University und eine Gruppe von Gestaltern, Bildungsaktivisten und Geflüchteten innerhalb eines Jahres bis zu zwanzig unterschiedliche Tiny Houses im Außenbereich des Museums entwickeln. Diese mobilen Raumstrukturen – keine größer als zehn Quadratmeter – werden unter anderem als Studienräume, Café, Ateliers, Werkstätten, Bibliothek und als Aufenthaltsorte genutzt. Es wird gemeinsam studiert, gebaut und „über die gerechten Formen des Miteinanders“ geforscht.
Am Montag kommen nun zwei neue Tiny Houses zum Campus hinzu, die als alternative Orte des Arbeitens gedacht sind. Das „New Work Studio“ ist ein modernes Büro auf Rädern. Der „Workshop on Wheels“ – konzipiert von constructLab (Berlin) – ist eine mobile Holzwerkstatt. Am Samstag, 15. April 2017 gibt es dann ein großes BauFest!
Termin: Samstag, 15. April 2017, 11-18 Uhr
Ort: Bauhaus-Archiv, Museum für Gestaltung, Klingelhöferstr. 14, 10785 Berlin
Weitere Termine:
Möbel-Bau-Workshop: Samstag, 22. April, 11-18 Uhr
Cajón/Bank-Bau-Workshop: Samstag, 29. April, 11-18 Uhr
Plastiktütendrachen-Workshop: Samstag, 13. Mai, 11-18 Uhr
Atom Stool-Workshop: Samstag, 20. Mai, 11-18 Uhr
Möbelbau für Kinder: Samstag, 17. Juni, 11-18 Uhr
Anmeldung für alle Workshops unter elisa@constructlab.net
Mit einer sozialen Attitüde lassen sich Projekte den Medien viel besser andienen.
Aber warum sollen Menschen überhaupt in solchen Miniwohnungen wohnen müssen?
Abgesehen von diesem städtebaulichen Unsinn ist die Gesellschaft locker in der Lage, jedem eine würdige Wohnfläche zur Verfügung zu stellen.
Man muss es politisch nur wollen.
Selbst die Eigentumsfrage könnte gestellt werden.
Um diese Diskussion aber nicht aufkommen zu lassen, wird mit diesen Projekten Armut und Drittklassigkeit akzeptiert und aushaltbar gemacht.
Es geht eben nicht, die Armut abzuschaffen. Punkt.
Die heute aktive Künstlergeneration ist so unpolitisch wie noch nie. Sie hat resigniert aufgrund einer totalen Ahnungslosigkeit und Desorientierung. Sie wollen gar keine mühsame Analyse der Verhältnisse leisten. Sie wollen den fixen privaten Erfolg und sie wollen Aufmerksamkeit.
Sie geben sich hyperaktiv und affimieren den Status Quo. Sie akzeptieren das Ende der Geschichte.
Ist diese Gemeration tatsächlich so unwissend und unpolitisch?
Hier stehen "Häuser" mit einem extrem schlechten U/A-Wert, mit einem maximalen Grundflächenverbrauch, hohem Erschließungsflächenverbrauch, die keine stadträumlichen Strukturen entstehen lassen und ohne Sanitärinstallation.
Das ist doch wirklich mal was Neues und so aufregend wie jede Wagenburg oder jeder trailer park!
Die Hartz-4-Möbel waren genauso ein schlechter PR Gag - jeder, der Hartz 4 erhält, weiß, wo die kostengünstigsten Möbel zu beziehen sind - es sind diejenigen aus der Massenproduktion im Möbelmarkt, da muss man keine drei Bretter für viel Geld individuell zusammentackern.
Es geht doch darum, gute Lösungen zusammen mit der Industrie auf dem technischen Stand unserer Zeit zu finden, so dass viele davon zu einem günstigen Preis profitieren können und am Ende die Nachhaltigkeit gewahrt bleibt.
Auf dieser Erkenntnis gründete übrigens auch mal das Bauhaus. Lessons not learned.