Rote und gelbe Ziegel für Antwerpens Hafenviertel
Zwei Wohnhäuser von Happel Cornelisse Verhoeven Architecten
Nördlich des Stadtzentrums von Antwerpen liegt das ehemalige Hafengebiet Cadix. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert entwickelte sich hier eine heterogene Blockstruktur aus Lagern, Kasernen und Reihenhäusern. Inzwischen kommen immer mehr Wohnhäuser hinzu. Zum Beispiel die beiden neuen Bauten mit dekorativen Klinkerfassadenmustern vom Büro Happel Cornelisse Verhoeven Architecten (HCVA) aus Rotterdam, das „gelbe Eckhaus“ und das „rote Torgebäude“.
Gemeinsam mit dem Londoner Büro Stephen Taylor Architects hatten Ninke Happel, Floris Cornelisse und Paul Verhoeven 2014 einen Wettbewerb gewonnen, der die Umstrukturierung des gesamten Blocks in Cadix vorsah. Auftraggeber ist die Wohnungsbaugesellschaft Woonhaven Antwerp. Stephen Taylor Architects schlossen eine Ecke des Blocks durch ein Wohnhaus mit ornamentalem Ziegelrelief, ihm gegenüber stehen nun die beiden Eckhäuser von HCVA. Insgesamt entstanden in den drei Häusern 60 Miet- und Eigentumswohnungen, davon 31 Sozialwohnungen.
Das gelbe, fünfgeschossige Haus mit Erkern orientiert sich an der Verkleidung der Lagerhallen im Hafen. Damals hatte man gelben Ziegelstein verwendet, weil der rote, eisenhaltige Stein als zu teuer galt. In dem L-förmigen Wohnhaus mit drei kleinen Innenhöfen entstanden ausschließlich Sozialwohnungen. Alle Wohneinheiten verfügen über einen Balkon und sind beidseitig belichtet. Das rote, viergeschossige Torgebäude hingegen bietet neben Mietwohnungen auch Raum für einen Kindergarten im Erdgeschoss, der den Innenhof mitnutzt. Die beiden Wohnhäuser haben eine Gesamtfläche von rund 7.200 Quadratmetern. Die Baukosten liegen bei acht Millionen Euro. (mg)
Fotos: Karin Borghouts
Der Kunstlichtkindergarten in freundlichem Behördengrau macht mich sprachlos. Wenn die profane Hoffassade um Welten besser ist als die verkrampfte, unproportionierte Schaufassade zur Straße ist irgendwas schief gelaufen.
Und ein Gebäude, was seine Umgebung spiegelt, ist nicht nur eine Vogelfalle sondern zugleich auch ziemlich abweisend - es nimmt seine Umgebung nicht auf, sondern wirft sie zurück. Glasarchitektur kann total spannend sein, aber auch die gute alte Lochfassade hat ihre Berechtigung. Schön ist, daß beides gebaut werden kann, und dieses hier ist ein schönes Beispiel für eine gut ins zeitgemäße übertragene klassische Fassadengestaltung. Über die Grundrisse will ich nichts sagen, aber hinter dieser Fassade wären sicher auch andere Grundrisse denkbar gewesen.
Was ich aber übersehen haben muss, sind die @7 "doch modernen" Grundrisse. Was ich sehe sind komplett unbelichtete Flure, in den "Kamm-Wohnungen" schmal und fast schon endlos lang und dort auf eine Tür stoßend, die Räume teilweise wie an einer Schnur brav nebenan aufgereiht - also, das kann es doch nicht sein, oder? ... Ich kann mich unter dem Strich der Begeisterung wirklich nicht anschließen.
sorry wegen der etwas ausufernden Zusammenhänge