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https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Zwei_Ateliergebaeude_im_Londoner_Design_District_von_Barozzi_Veiga_7933177.html

19.05.2022

Metallisch und mattschwarz in Greenwich

Zwei Ateliergebäude im Londoner Design District von Barozzi Veiga


Auf der Höhe von Greenwich am Südufer der Themse bildet der Fluss eine große Schleife nach Norden und formt dadurch die langgezogene Halbinsel Greenwich Peninsula. Beginnend mit dem Millennium Dome an seiner Spitze, wurde das vormals industriell genutzte Gelände seit den 1990er Jahren erheblich verändert und mit Wohn- und Geschäftsbauten, Parks und prominenten Projekten neu bebaut. Dazu gehört auch das rund ein Hektar große Areal südlich des Domes, auf dem im Auftrag des Projektentwicklers Knight Dragon seit 2016 der neue Design District entstanden ist. Unternehmen der Kreativbranche sollen hier Studios, Werkstätten und Probenräume auf erschwinglicher Basis finden. Die Besonderheit des Quartiers besteht in seiner künstlich kreierten Heterogenität: Acht Architekturbüros planten die 16 Gebäude jeweils paarweise auf Grundlage eines Masterplans von HNNA (London), ohne dabei etwas über die anderen Entwürfe zu erfahren. Hinzu kommt noch, dass die ausgewählten Baufelder der Gebäudepaare nicht nebeneinander liegen.

Innerhalb dieses undefinierten städtischen Kontexts entwarfen Barozzi Veiga  (Barcelona) im Wesentlichen zwei Industriecontainer: Minimalistische, farblich entgegengesetzte Kuben in metallisch glänzendem Silber und mattem Schwarz, die 2022 fertiggestellt wurden. Beide Gebäude beherbergen Ateliers und sind für Fotograf*innen, Künstler*innen und Bildhauer*innen mit großen Fenstern, maximaler Flexibilität der Innenräume, hohen Decken und Außentreppen konzipiert. Die einfachen Konstruktionssysteme besitzen eine rohe Materialität, die auf die industriegeschichtliche Vergangenheit von Greenwich Peninsula Bezug nimmt.

Der als A1 bezeichnete Bau mit 1.250 Quadratmetern Nutzfläche liegt extrovertiert und schimmernd am Eingang zum Quartier. Die hochglanzpolierten Aluminiumfassaden sollen das Licht im Lauf des Tages unterschiedlich reflektieren und in die umliegenden, locker angeordneten Stadtstrukturen hereinholen. Gleichzeitig spiegeln sich die Nachbargebäude in ihrer Farben- und Formenvielfalt auf den glatten Flächen. Die erkennbar zugehörige Gegenfigur D4 mit 1.020 Quadratmetern Nutzfläche steht am zentralen Platz des neuen Viertels und fügt sich als mattschwarzes, schlankes Volumen nicht weniger auffällig in seine Umgebung ein. (uav)

Fotos: Simon Menges


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