Vision trifft Tradition
Zukunft für Berliner Gasometer
Mit dem Zentrum Zukunftsenergien am Berliner Ostbahnhof, 2002 durch Bothe Richter Teherani Architekten gebaut, wurde es beispielgebend vorgemacht: Am historischen Standort der Berliner Gasanstalt, dort, wo Energie für Menschen bereitgestellt wurde, sollen zukünftige zeitgemäße Energiequellen erforscht und diskutiert werden.
Der historische Bezug ist also da. In Zeiten der Umnutzung von Kirchen zu Dancefloors und Hafenspeichern zu Hotels hört man davon gerne. Auch der seit 1994 denkmalgeschützte Gasometer in Berlin-Schöneberg, 1910 durch Alfred Messel konstruiert, erwartet nun eine neue Nutzung, die sich inhaltlich eben auch wieder mit Energie beschäftigen soll.
Der Gasometer, als Landmarke weithin sichtbar, soll Zentrum eines Neubaukomplexes, einer Wissenschaftsstadt, werden, in der geforscht und studiert werden soll. Die private Energie-Hochschule „Euref-Institut“ (Europäisches Energieforum) wurde zumindest bereits gegründet. In einem Jahr sollen erste Kurse in den Bestandsbauten stattfinden.
Der Entwurf für das 15-geschossige Hochschulgebäude stammt von Albert Speer und Partner. Der Architekt hält gegenüber der Berliner Zeitung den Ort für dafür bestimmt: „Das passt doch. Es ist einer der ältesten Energiestandorte Berlins.“ Alle Gebäude sollen mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Und weiter in der Berliner Morgenpost: „Deutschland ist in der Umwelttechnik Weltmeister, aber wenn Partner im Ausland fragen, wo man das studieren kann, haben wir nichts.“
Mit 500 Millionen Euro ist der 65.000 Quadratmeter große Bauplatz das zweitgrößte derzeitige Berliner Bauvorhaben nach dem Flughafen Schönefeld und trifft damit nicht nur auf Freunde. Auf vier Baufeldern sind 15 Gebäude geplant, die nacheinander gebaut werden, wenn es Nutzer dafür gibt. Geschäftsführer der Gründungs-GmbH ist Lothar de Maizière. Die Bauarbeiten sollen noch 2008 beginnen und bis 2011 andauern.
Messel hat den Gasometer nicht entworften. Messel starb 1909 und der Bau des Gasometer IV des Schöneberger Gaswerk wurde im Jahre 1909 von der Firma "Berlin-Anhaltische Maschinenbau-Actien-Gesellschaft"begonnen. Das Thema Euref ist ein sehr brisantes und hat mehr Aufmerksamkeit verdient, wozu natülich auch eine gute Recharche zählt. Zur Zeit soll der Bebauungsplan noch vor der Sommerpause verabschiedet werden. es sind 230 fundiete und je mehre seiten lange Einwendungen von Bürgen bis zum 27. 5. eingegangen, zur gleichen Zeit wurden ebenso die Behörden gefragt. die Politiker stehen unterdruck diesen B-Plan nun auf die schnelle durchzuwinken, um sich ein Bild vom Abwägungsergebnis zu machen haben sie 2 Werktage Zeit. Am Mittwoch (08.07) tagt die Ausschußsitzung, um den Plan am 15.07. der BVV zur Abstimmung vorzulegen. Ich verweise hier noch auf einen Artikel des Tagesspiegels: http://www.tagesspiegel.de/berlin/Schoeneberg-Gasometer;art270,2836496 Meiner Ansicht nach will hier jemand viel Geld machen und kein gutes Projekt.
Hier lenkt der Streit nur davon ab, dass in Berlin ein ZUKUNFTWEISENDES PROJEKT gestartet wird, das in der Konsequenz in Deutschland seines gleichen sucht. Da muss man beim ERC in Aachen und anderswo neidisch werden. Eine Hochchule für die Zukunftstechnologie Energie ist definitiv das beste, was man mit dem alten Wahrzeichen Gasometer anstellen kann...
Bei so einer diktatorischen Weltanschauung, da wird mir richtig Angst. P.S. Die richtige Haltung natürlich einnehmen. Sonst kommen die Leute von der Meinungspolizeit.
Gasometer sind ENERGIE-Speicher! Da ist die neue Nutzung als Energieforum doch wohl naheliegend und passender als die bisherigen Beispiele in Duisburg, Oberhausen oder Wien (Tauchen - Museum - Wohnen). Der ehemalige Flughafen Tempelhof hat mit Energie überhaupt nichts zu tun. Das Thema dort ist Mobilität. Man zur Wahl des Planers nur beglückwünschen. Nachhaltigkeit, nicht Modernismus steht im Mittelpunkt bei einer Energie-Uni. Hoffentlich beachten die Initiatoren das Thema Energie auch bei der konkreten Umsetzung. Energetische Mogelpackungen gibt es schon genug.