Umbruch, Aufbruch
Zukunft Bau Kongress 2023 in Bonn und online
Es gibt viele erprobte Ideen, wie ein besseres Bauen aussehen kann. Doch ebenso wichtig ist die Frage, wie sich ein planerischer Kurswechsel breit in der Gesellschaft verankern lässt. Der diesjährige Zukunft Bau Kongress widmet sich am Donnerstag, 23. und Freitag, 24. November 2023 unter dem Titel „Umbruch Aufbruch“ genau diesem Themenfeld. Organisiert vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen und dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung, findet er wieder im World Conference Center in Bonn statt. Eine schöne Gelegenheit also, um nebenbei den alten Plenarsaal von Günter Behnisch zu erkunden.
Mit dem Programm soll unmittelbar an den letzten Zukunft Bau Kongress zur Bauwende 2021 angeknüpft werden. Es gehe darum, den „Materialverbrauch und die Energieintensität zu reduzieren, der Bestandsentwicklung Vorfahrt vor dem Neubau einzuräumen und die Pro-Kopf-Wohnfläche beispielsweise durch Sharing-Konzepte zu verringern“, betont Robert Kaltenbrunner als Leiter der Abteilung Wohnungs- und Bauwesen im BBSR. Dabei wird die Bauwende aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet, indem sowohl Soziolog*innen wie Heinz Bude, Ökonom*innen wie Veronika Grimm oder auch Entwickler*innen wie Ernst Böhm zu Wort kommen.
Sowohl am Donnerstag als auch am Freitag werden darüber hinaus natürlich zahlreiche Architekt*innen vertreten sein. Den Auftakt macht Caroline Bos von UNStudio. Sprechen werden außerdem Kerstin Müller von Zirkular, Gerhard Wittfeld von kadawittfeldarchitektur, Almut Grüntuch-Ernst von Grüntuch Ernst Architekten oder Nanni Grau von Hütten & Paläste. Städtebauliche Fragen werden unter anderem von der langjährigen Kopenhagener Stadtarchitektin Tina Saaby adressiert. Vier parallele Foren am Freitag sind der Wirtschafts- und Planungswende sowie verschiedenen Bauwendeformaten und dem Einfamilienhaus gewidmet.
Schlussworte kommen an Tag 1 vom Journalisten Gerhard Matzig und an Tag 2 vom Dramaturg und Schriftsteller John von Düffel. Letzterer wird in seinem Vortrag „Askese versus Akkumulation“ für ein Umdenken vom Möglichen zum Maßhalten plädieren.
Die Teilnahme ist kostenlos, um Anmeldung bis Montag, 1. November 2023 wird gebeten. Die Anerkennung der Veranstaltung als Fortbildung durch die Architektenkammern ist geplant.
Termin: Donnerstag, 23. November ab 13 Uhr (Einlass 12.30 Uhr) und Freitag, 24. November 2023 von 9–14.30 Uhr
Ort: World Conference Center, Platz der Vereinten Nationen 2, 53113 Bonn und per Livestream
Industrie-, Landschafts- und Landesplanung. Nur dann kann verkehrs-, energie- und konsumwende bewerkstelligt werden welche durch eine effizienter ausnutzung der vorhanden ressourcen bei der es auch einer Kulturwende bedarf (mehr Kultur an kleinen Standorten um diese nachhaltig Attraktiv zu machen wenn man Leute durch Industrieverteilung in kleiner Städte umschichtet)
-> Dann klappt auch das Neubau-Verbot.
Bei der Förerung von gemeinnützigen Bauen muss das erstmal abgesteckt und definiert werden weil die ideologischen (Westdeutschen) Begrifflichkeiten des sozialen Wohnungsbaus und des Deutschen genossenschaftlichens Systems (englische Vorbild) sind sehr speziell und in ihrem Ursprung noch in Kaiserszeiten. Diese müssen von Tand befreit werden um sie zukunftsfähig zu machen statt diese als Eigenbegriff den sie nicht repräsentieren immer wieder zu verwenden. Schluss mit der trägen Reform von verwurstelten Bestandssystemen. Radikaler Umbau!
Mein Eindruck.
Aber offenbar braucht es das.
Nun aber bitte Taten:
1. Genehmigungspflicht für Abrisse
Die Deregulierung des Baurechts hilft merkwürdigerweise immer nur bestimmten Gruppen.
Jeder der mit den Kommentaren zu Bauordnugnen gekämpft hat weiß, dass es ohne vernünfitge Regeln nur komplizierter wird. Und hinsichtlich der Abrissfreiheit darf es auf jeden Fall in die anderen Richtung gehen.
2. Umnutzungspflicht für Bestandsgebäude, soll heißen:
Wer abreißen will muss sich die Mühe machen,die Sinnhaftigkeit nachzuweisen. Schon klar, irgendjemand schreibt einem jeden Bau kaputt, aber es macht immerhin Mühe, hält auf und kostet Geld. Vielleicht hilft das schon, erstmal nachzudenken und dann erst zu handeln.
3. Stärkung Denkmalpflege, soll heißen:
Mehr Personal, mehr Geld. Alles was Denkmal heißt wird nochmals erschwert abzubrechen. Da darf der Eigentümer Kopfstand machen und mit den Zehen wackeln. Und dabei noch die Nationalhymne singen, richtige Strohe bitte.
4. Anpassung Vorschriften
Die vorhandenen Regelwerke, ob sie nun DIN oder DGUV oder Fachregel oder oder heißen, sind oftmals auf Umnutzungen nicht anwendbar, da sie Standardsituationen abbilden und Rechtssicherheit bieten sollen (Thema Gewährleistung usw.). Das klappt bei Altbauten nur bedingt. Also: Bitte dem Architekten ihres Vertrauens überlassen, was geht oder nicht. Jede Norm ist eine Absichtserklärung, die unter Realbedingungen zu prüfen ist. Da hätte er auch mal wieder was zu tun. Und bitte mit Verstand und Augenmaß bezüglich Gewährleistungen agieren. Lieber Wartungsverträge als Prozess- und Anwaltskosten. Ist billiger, zielführender und schont die Nerven.
5. Förderung Umnutzung
Einrichtung bzw. Ausbau eines vernünftigen durchschaubaren und ausreichenden Fördersystems
6. Öffentlicher Bau oder noch besser
7. Förderung gemeinnütziger Bau
Da die privaten Investoren ob der Erschwernisse wieder jaulen werden, da die Garantiegewinne und -provisionen nicht so hoch ausfallen wie gewohnt darf man es eben selber machen. Es gibt schließlich Menschen, die bezahlbar bauen und umnutzen können. Kostendeckend. Die kann man fragen wie das geht. Ohne fette SUV-Geschäftswagen und Villen auf den Malediven.
Ja, schon klar, das wird Gezeter geben, der Bau liege eh darnieder und es müssten Investoren gewonnen werden. Und nicht mit überzogenen Vorschriften abgeschreckt.
Deshalb:
Wer nicht will soll es lassen.
Die unterstützen die wollen udn sie dazu befähigen.
Eigentum verpflichtet gegenüber der Allgemeinheit.
Wer dazu Hilfe braucht hat sie zu bekommen.
Und Wohnen ist ein Grundrecht und keine Handelsware.
Danke.