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14.04.2020

Ecke im Lokalkolorit

Wohnungsbau in Dresden von Peter Zirkel


Die Dresdner Johannstadt ist geprägt von städtebaulicher Heterogenität aus Blockrand-, freistehender Zeilen- und Punktbebauung. Der größte Wohnungseigentümer im Stadtteil, die Wohnungsgenossenschaft Johannstadt, erwarb 2014 das Grundstück an der Striesener Straße und lud für den Neubau des Wohn- und Geschäftshauses acht ortsansässige Architekturbüros zu einem mehrphasigen Wettbewerb. Aus diesem ging 2016 das Architekturbüro Peter Zirkel als Gewinner mit Beauftragung zur Realisierung hervor.

Eine Besonderheit des Grundstücks besteht in seiner Lage vor der rückspringenden Zeilenbebauung aus den 70er Jahren. Ihr gegenüber definiert der Wohnungsbau einen achtgeschossigen Endpunkt, während er an die deutlich jüngere Blockrandbebauung des Nachbarhauses mit fünf Voll- und einem Staffelgeschoss anschließt. Im Erd- und ersten Obergeschoss ist die Nutzung für Büro- und Gewerberäume angelegt, in den Geschossen darüber gibt es 2- bis 5-, mit einem überwiegenden Anteil an 3-Zimmer-Wohnungen. Alle Einheiten sind zumindest zweiseitig orientiert, wobei Wohnräume mit tiefen Loggien gegen Südwesten, Schlaf- und Kinderzimmer meist zum lärmberuhigten Hof im Nordosten gerichtet sind. Die Umsetzung der Architektur entspricht den KfW 55-Anforderungen.

Mit seiner robusten Ziegelfassade aus Vormauersteinen aus der Region knüpfen die Architekt*innen an das Lokalkolorit an, das durch den gelblichen Ton des Elbsandsteingebirges geprägt ist. Auch an so manchem historischen Gebäude Dresdens lässt sich dieser bekanntlich finden. Handwerkliche Details wie der Lagenversatz in der Sockelzone oder auch die Verwendung von speziell gefertigten Formsteinen mit Viertelrundung in den Fensterleibungen unterstreichen die Wertigkeit der Fassade. Der Kontrast zur Materialität der umliegenden Gebäude verstärkt die markante städtebauliche Setzung noch zusätzlich. (hn)

Fotos: Ken Wagner, David Brandt


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