Heustadelgasse
Wohnsiedlung in Wien fertig
Eines der größten Entwicklungsprojekte in Österreichs Hauptstadt Wien liegt in „Transdanubien“, genauer: in Donaustadt. Hier entstand in den letzten Jahren Häuserreihe an Häuserreihe. Nun haben dort auch Pichler und Traupmann Architekten (Wien) ihre „Gartensiedlung Heustadelgasse“ fertiggestellt.
Die Fotos lassen einen zunächst an Spanien denken: weiße Häuser auf trockenem, flachen Land. Von einer „Gartensiedlung“ ist noch nicht viel zu sehen, aber natürlich sehen Siedlungen bei der Fertigstellung immer etwas „trocken“ aus – die Pflanzen müssen ja erst noch wachsen. Dennoch fällt die Dichte auf, in der die Häuser platziert wurden. „Voraussetzung für kostengünstiges Wohnen ist die Erzeugung höchstmöglicher Dichte“, schreiben die Architekten dazu. „Auf das komplexe Regelwerk der Bauordnung wurde eine spielerische und komplexe Antwort gesucht, die mit einer typologischen Lösung Hand in Hand geht.“
Die Architekten weisen darauf hin, dass es hier um eine neue Haustypologie geht. Wir schauen hier also auf einen Prototyp, der eine „weitreichende Vielfalt von Haustypen erzeugen kann, die hier noch nicht ausgeschöpft ist und weit über das vorliegende Projekt hinausweist.“ – Das „Siedlerhaus“ in der Heustadelgasse kann leicht skaliert werden, was unterschiedliche Haus- und Wohnungsgrößen ermöglicht. Darüber hinaus können aber auch mehrere Häuser über das quergestellte Obergeschoss miteinander verbunden werden. Diese Verbindungsmöglichkeiten erzeugen ein „vielfältiges und flexibles Angebot“ und eine „Verbindung von Vielfalt und Einheit“ in der neuen Siedlung.
generell würde ich mit kritik sparen, ohne jemals grundrisse, schnitte und einen vernünftigen lageplan gesehen zu haben.
aber manche "kollegen" haben ja scheinbar übernatürliche sinne....
Diese variation des themas doppelhauses ist verliebt in eine formale formenspielerei, ohne dass eine erhoehte wohnqualitaet oder groessere nutzungsflexiblitaet ersichtlich werden. Die oeffentlichen und privaten freiraeume sind undifferenziert und vermissen jegliche indikation der ihr zugedachten nutzungen oder ihres pivatheitsgrades.
Eine vorstellung, wie man in dieser siedlung als bewohner, teil einer familie und als mitglied einer (wohn)gemeintschaft lebt, haben sich die architekten offenbar nicht gemacht.
Gewachsene (klein)stadt strukturen bieten haeufig hoehere wohnungsdichten mit besseren wohnqualitaeten, flexibleren hauesern, zudem klar differenzierten ausenraeume und eine strukturierte raeumliche organisation. Eine zeitgemaesse interpretation dieser qualitaten sollte vorrang haben vor dem endlosen neuerfinden des wohnens.
Mein Kompliment an die Entwurfsverfasser!