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11.11.2021

Das schönste Bad von Gent

Wohnhausumbau von Graux & Baeyens


Es handelt sich schließlich um ein Privathaus, umgebaut nach individuellen Vorlieben seiner Bewohner*innen, und so kann der privateste zugleich auch zum schönsten Ort des Hauses werden: ein Badezimmer mit Blick auf die Altstadt von Gent. Hier, in einer historischen Reihenhauszeile auf der Kanalinsel des Visserijvaart, legten Koen Baeyens und Basile Graux dieses neue Badezimmer mit bodentiefen Fenstern, Terrazzoeinbauten und Holzschränken in den ersten Stock ihres Anbaus. Mit dessen spitzwinklig zulaufenden, je nach Etage variierenden kubischen Formen brechen die zwei Architekten die ganze rückseitige Gartenfassade des Bestands geradezu auf.

Graux & Baeyens Architecten (Gent), in deren Portfolio vor allem derart dekonstruierende Umbauten von Wohnhäusern zu finden sind, waren für den Ausbau wie auch die Innenarchitektur zuständig. Das zeigt sich insbesondere in der Materialwahl: Das Holz der Fenster an der historischen Straßenfront taucht im hinteren Anbau wie auch in den Einbauten auf, der Terrazzoboden in der Küche wird auch auf der Terrasse weitergeführt. Trotz geringer Wohnfläche und kleinem Garten wollten Graux & Baeyens den Eindruck von möglichst viel Großzügigkeit schaffen, weshalb sie sich für solch durchgehende Materialien, große Fensterflächen zum Garten – etwa im Kinderzimmer im zweiten Stock – und die Raumflucht akzentuierende Einbauten entschieden.

Während die Straßenfassade und die Innenräume des Bestands lediglich saniert wurden, findet die Veränderung des Gebäudes durch den dreigeschossigen Anbau an der Gartenseite statt. Hier wählten die Architekten eine vorgefertigte Stahlkonstruktion: Je nach Etage ein vorgefertigtes Element. Die Stahlrippen verdecken Graux & Baeyens nicht, sondern ließen sie dezent weiß streichen und fräsen. Verkleidungen sind aus Holz. Fast zu übersehen – und so soll es auch sein – ist ein weiterer Neubau: Vor eine historische Mauer im hinteren Teil des Gartens versenkten die Architekten eine Fahrradwerkstatt. Deren ebenfalls gemauertes Volumen steht schräg zum Anbau, nicht nur um seine geneigten Linien vorzuführen, sondern auch um auf der begrenzten Fläche zusätzlichen Raum für die Werkstatt zu schaffen und trotzdem noch ein Stück vom Garten übrig zu lassen. (sj)

Fotos: Jeroen Verrecht


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