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25.02.2022

Schicker Einschub

Wohnhauserweiterung in Montréal von TBA


Das attraktive Wohnviertel Plateau Mont-Royal im kanadischen Montréal hat durch die räumliche Nähe zur Universität in den letzten Jahrzehnten eine vorwiegend junge Bevölkerung angelockt. In seinen zahlreichen Cafés, Restaurants, Kunstgalerien und Theatern entlang der Hauptachsen hat sich hier eine lebendig-kreative Kultur entwickelt. Die Bebauung setzt sich aus bunten Stadthäusern im meist viktorianischen Stil und kleineren Industriegebäuden zusammen. Im Sinne eines zu bewahrenden Erscheinungsbildes sind Veränderungen in den Gebäudehöhen oder Eingriffe in die erhaltungswürdige Substanz nur in minimalen Ausmaßen erlaubt.

Der Herausforderung, eine 130 Quadratmeter große Wohnumgebung innerhalb eines mehrfach umgebauten Kutschenhauses von 1910 zeitgemäß zu aktualisieren, nahm sich das Architekturbüro TBA (Montréal) rund um Gründer Thomas Balaban mit Einfallsreichtum an. Als vorhandene Situation zeigte sich eine kleine Parzelle an einer schmalen und kurzen Straße abseits des Trubels des restlichen Quartiers, auf der sich die ehemalige Remise samt angrenzender Grünfläche befand. Das ursprünglich zum nördlich gelegenen Straßenzug durchgesteckte Grundstück samt Herrenhaus wurde zuletzt kleinteilig parzelliert.

Die Architekt*innen konnten neben der Kernsanierung des zweigeschossigen Wohnhauses hinter historischer Fassade auch eine Erweiterung in die beengte Situation einfügen, ohne dabei auf den Innenhof sowie Baumbestand verzichten zu müssen. Hierfür schoben sie lediglich im Obergeschoss einen rückversetzten Gebäudeteil ein, der die Lücke zum Nachbargebäude überspannt und dennoch den Wohnraum ausreichend erweitert. So entstand gleichzeitig eine überdachte Terrasse, die aufgrund der lichtreflektierenden, metallverkleideten Untersicht hell wirkt. Zur Straße hin schirmt ein Tor den privaten Außenraum ab.

Bodentiefe Fenster und ein Oberlicht sorgen in der als Wohnzimmer genutzten Geschosserweiterung für ausreichend Lichteinfall, die Verkleidung aus verzinkten Stahlpaneelen verleiht der schwebenden Struktur Leichtigkeit im Kontrast zu den Backsteinfassaden der umliegenden Bestandsgebäude. Innen zeigt sich die neue Zeitschicht ebenfalls deutlich. Eine filigrane Strahltreppe verbindet den Eingangsbereich mit Unter- und Obergeschoss, holzverkleidete Wände, Decken und Einbaumöbel in unterschiedlichen Tönen bilden den wohnlichen Rahmen für die junge Bauherrenfamilie – und ihre wachsende Kunstsammlung. (sab)

Fotos: Adrien Williams


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