Kompakt im Block
Wohnhaus von wild bär heule in Winterthur
Unverputzt und roh kommt dieser Neubau in der schweizerischen 112.000 Einwohner-Stadt Winterthur zwischen Zürich und Konstanz daher. Graue Betonflächen und große, blau schimmernde Fensterflächen überziehen gleichmäßig das vierstöckige Gebäude. Das hoch aufragende, offene Treppenhaus in Ortbeton bildet das Rückgrat des Hauses.
Ziel und Vorgabe für das Architekturbüro wild bär heule (Zürich) war es, kostengünstige und flexible Geschosswohnungen zu bauen. Da das Grundstück aber im Inneren eines rundum bebauten Häuserblocks liegt, war der Bauplatz im Stadtteil Töss knapp bemessen. So erinnert die bewusst gewählte, schlanke Statur an ein Turmhaus.
Viel Wohnung auf kleiner Fläche – vier Wohnateliers bieten jeweils rund 75 Quadratmeter. Die vier Wohnungen sind einheitlich einfach strukturiert: Von einem Kern mit Bad und Küche aus lässt sich der überschaubare Grundriss in unterschiedliche Zonen teilen. Über Türen können die Zonen zusammengeschaltet oder getrennt werden. Gekrönt wird das 2017 fertiggestellte Mehrparteiengebäude, das das Konsortium Grenzstraße in Auftrag gab, von einer gemeinsam nutzbaren Dachterrasse. (kat)
Fotos: Roger Frei
von den (fast) sackgassenlosen grundrissen kann sich der deutsche mietwohnungsbau einiges abschauen, so wie von der gemeinsamen dachterrasse.
die bedenken bezüglich der exhibitionistischen fassade kann ich nachvollziehen, denke jedoch, dass das haus durch die vorhänge ein lebendiges spiel von offen, geschlossen und durchscheinend bekommen wird. spätestens wenn (oh architektengraus) die bewohner einzelne vorhänge durch andersfarbige ersetzen werden.
An der Stelle verstehe ich Architekten nicht. Viele sind genervt wenn die Bewohner Dinge Verändern, alleine schon der Blumenkasten löst bei vielen Schreikrämpfe aus. Wieso wird dann so ein Gebäude als Wohnhaus geplant in dem sich, Dank der umfangreichen Einblicke, die meisten Bewohner nicht mehr frei in Ihrer Wohnung bewegen mögen. Bin gespannt wie schnell hier dauerhaft zu gehängt wird.
Wunderbare, fließende Räume und eine herrliche Schlichtheit ohne asketisch zu wirken und des haitischen und visuellen Erlebnisses zu entbehren.
Gratulation und bitte mehr davon!