Hinter der Mauer
Wohnhaus von WeStudio + MADE in Porto
Im Nordosten der portugiesischen Küstenstadt Porto, keine zehn Fahrradminuten von der 2005 eröffneten Casa de Musica entfernt, haben die Büros WeStudio (Porto) und MADE (Vila Nova de Famalicão) ein Haus für eine 4-köpfige Familie geplant. Das 341 Quadratmeter umfassende Grundstück liegt in einem Wohnviertel und ist zur Straße von einer Steinmauer begrenzt. Dort befanden sich zuvor zwei marode Gebäude mit einem zur Straße hin liegenden Garten.
Die Architekt*innen ersetzten die Altbauten durch einen L-förmigen, 184 Quadratmeter Fläche umfassenden Baukörper, der entlang von Straße und Nachbargrundstück verläuft und sich zu einem innenliegenden Garten hin über Glasfronten öffnet. Dem Wunsch der Familie entsprechend wurde er eingeschossig ausgeführt und erhielt ein Satteldach, das wie die Fassade mit Ziegeln gedeckt ist und den Eindruck der Geschlossenheit unterstreicht. Erhalten blieben die Steinmauer und ein Stück Altbaufassade, die im Patio hinter dem Cortenstahltor an der erweiterten Mauer sichtbar ist.
Aufgrund der Raumhöhe von fünf Metern am First waren Zwischengeschosse möglich, die als Arbeits- und Spielfläche genutzt und über Oberlichter belichtet werden. Sie sind wie auch weitere Einbauten in dem Gebäude aus Sperrholz gefertigt. Wände und Böden wurden weiß und grau gestrichen und erzeugen mit den Einbauten eine wohnliche Atmosphäre. (sla)
Fotos: José Campos
Den Klinker finde ich auch etwas langweilig.
Aber das räumliche Konzept in Verbindung mit wirklich feinen und fast zart wirkenden Details und Materialproportionen empfinde ich als wohltuend zurückhalten.
Das wirkt alles absolut selbstverständlich - ohne bloß durch Schlichtheit oder Weglassen glänzen zu wollen. Hochwertige Materialien sind an den richtigen Stellen eingesetzt - nicht nur zur Selbstdarstellung.
Echte Gestaltung. Gute noch dazu.
wirkt im Inneren alles sehr heiter, zwanglos und vor allem nicht protzig. Mancher muss offensichtlich erst mal damit klarkommen, dass der Einsatz von viel Zeit und Mühe und damit Geld nicht in neurussischem Oligarchen-Barock münden muss. Die Raumgeometrien sind spannend und ausgewogen. Durch den Innenhof werden die räumlichen Qualitäten perfekt zu einem wunderbarem Ganzen ergänzt. Einzig des Schlafzimmer am Zugangshof verunklart den sonst klaren Grundriss etwas. Viellleicht durfte ein viertes Zimmer partout nicht fehlen. Was Solls... Ich bin hin und weg!
Der unsägliche und tote Industrieklinker macht aber viel kaputt und lässt genauso wie die Haltung des Hauses zum Stadtraum keine wirkliche Freude aufkommen.