Esprit en bois
Wohnhaus von Tom Munz in der Schweiz
Der Cabanon von Le Corbusier hat Weltruhm erlangt. Das liegt natürlich am Architekten selbst, der als „Wettkämpfer“ – so der französische Le Corbusier-Experte Jacques Barsac – den Bekanntheitsgrad seiner Projekte stets aufs Höchste treiben wollte. Das Modell einer simplen Blockhütte, in der das Nötigste zum Leben auf ein paar Quadratmetern effizient untergebracht ist, hat aber auch den anziehenden Esprit von Einfachheit und mediterraner Libertät. Nicht Le Corbusiers Cabanon selbst, aber die klassische Cabane, die simple französische Holzhütte, hat sich eine junge Familie zum Vorbild für ihr Wohnhaus in der Schweiz genommen. Ihre architektonische Schlichtheit hat Architekt Tom Munz (St. Gallen) mit geringem Budget auf ein Schweizer Wohnhaus übertragen.
Der Haus hat eine klare, klassische Figur. Der Holzelementebau in europäischer Lärche mit einer strukturierenden Lattenfassade ist ein Satteldach-Haus mit wenigen, aber großen Fenstereinschitten. Ein Vorgängerbau aus den Sechzigerjahren stand zuvor an seiner Stelle. Tom Munz ließ ihn teilabbrechen. Fundament und Untergeschoss blieben bestehen und wurden um zwei weitere Geschosse in Leichtbauweise erweitert.
Den Innenraum hat Tom Munz nach privaten und „halböffentlichen“ Räumen – so die Bezeichnung des Architekten – getrennt. Dafür hat er das Gebäude mittig gesplittet und die Etagenniveaus entlang einer Querachse versetzt. Über den hoch gelegten Eingang, einen schmalen Flur, eine offene Treppe und einen Lebensraum mit integrierter Küche zeichnet Munz die repräsentativen Räume entlang der Länge des Wohnhauses nach. Halb-etagig nach unten verlegt, ist das Wohn-Ess-Zimmer das Zentrum des Hauses. Sechs Meter reicht es in die Höhe. Entlang der Split-Achse hat Tom Munz schließlich die privaten Räume wie Schlafzimmer, Büro und Badezimmer über zwei Niveaus organisiert.
Bei der Innenaustattung setzt der St. Gallener Architekt ganz auf Sorgfalt und Handwerk: Aus französischer Kiefer sind die Sperrholzplatten der Innenraumverkleidung, ihr Holz stammt aus nachhaltiger Waldforstung, nach Maß und mit wassergebeizten Oberflächen ist die Küche gefertigt, sämtliche Türen und Einbauten sind vom Architekten für das Haus entworfen worden und Handwerker sollen von Beginn an in den Entwurfsprozess einbezogen worden sein. William Morris, Mitbegründer der Arts and Crafts-Bewegung, hätte bei dieser Auflistung zufrieden genickt. (sj)
Fotos: © Tom Munz Architekt
Es gibt doch keine ehrlichere Architektur, als die, die nichts versteckt und sich als das darstellt, was sie ist.
Ach, wie soll man das Architekten, die seit Jahrzehnten immer wieder die gleichen Buden bauen, bloß erklären?
schaut euch die nächste meldung an, da habt ihr euren weiß getünchten innenraum (z.B. Bild 7). das ist ungemütlich!
Es wirkt doch etwas arg ungemütlich durch das Schwarz und schaut für mich mehr nach einem dieser "Hipster-Stores" aus, in dem Waffeln und Kaffee inklusive cooler Klamotten verkauft werden.
das ist blödes geschwätz!
das ganze ist ja schön gemacht, aber wer will in einem spanplattenverhau (innen sichtbar...) wohnen?
das hat nichts mit Baumaterialien oder Fassaden zu tun!