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23.11.2017

Zwischen Blockrand und Vorstadt

Wohnhaus von Manuel Herz Architekten in Köln


Ein Haus, das für ein ganzes Viertel steht: Was etwas klischeehaft klingt, ist dem Basler Architekten Manuel Herz mit seinem neuen Wohnungsbau in Köln gelungen – zumindest in struktureller Hinsicht. Herz beschreibt die Geschichte des südlich der Innenstadt gelegenen Viertels Bayenthal als Zusammentreffen zweier städtebaulicher Paradigmen, von geschlossenen Blöcken und einer vorstädtischen Bebauung mit frei stehenden Häusern. Ursächlich hierfür war jedoch nicht der Zufall, sondern die spekulativen Bemühungen eines großen Industrieunternehmens, das hier seinen Sitz hatte. Von Arbeiterhäusern über Villen bis hin zu Nachkriegsbauten für die wachsende Mittelklasse und sogar Wohnhochhäusern finden sich darum ganz unterschiedliche bauliche Strukturen, und auch die Bewohnerschaft des Viertels ist bis heute ziemlich heterogen.

Das Gebäude, das tatsächlich genau an der Grenze zwischen Block und Vorstadt markiert, reagiert auf diese Vielfalt mit variierender Distanz zur Straße: Richtung Norden rückt es nahe heran an die Grundstücksgrenze und zeigt auch in den oberen Stockwerken Präsenz, während es sich Richtung Westen mit kleinen Vorgärten und tiefen Balkonen mehr zurücklehnt. Dieser Übergang ist nicht nur rein strukturell gedacht, sondern findet in der Fassade aus Betonfertigteilen auch formalen Ausdruck. Deren Ausrichtung ist zunächst vergleichsweise streng und geordnet, kommt dann aber zunehmend in Bewegung, um sich schließlich fast schon aufzulösen.

Das Projekt geht auf die Initiative eines privaten Immobilienentwicklers zurück, dessen einer Gesellschafter – wie auch Manuel Herz – in der Gegend aufwuchs. Das erklärt die hohe Qualität der Architektur, die für einen Neubau in freier Vermarktung in Deutschland bemerkenswert ist. Die Zusammenarbeit mit Herz hat dabei schon eine gewisse Tradition, man kennt sich seit der Schule und schon mehrere Vorhaben konnten seit 2003 gemeinsam verwirklicht werden.

Entstanden sind 20 Wohneinheiten auf rund 3.000 Quadratmeter Geschossfläche. Deren Zuschnitt ist ebenso heterogen wie das urbane Umfeld: Kaum einer der Grundrisse wiederholt sich und ihre Größe reicht von kleinen Studios über Duplexwohnungen bis hin zu einer Art frei stehendem Bungalow im Hof. Viele der Wohnungen verfügen außerdem bei einer zweiseitigen Ausrichtung über einen weiteren Balkon auf der Rückseite.

Ein kleines Detail versinnbildlicht diese Vielfalt auch auf subtile Weise im öffentlichen Raum. Die vertikalen Aluminiumfinnen der Geländer lassen sich nämlich verstellen, womit die Durchlässigkeit des Fassadenbild immer leicht variiert. (sb)

Fotos: Julien Lanoo


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