Giebeltrio
Wohnhaus von HPA+ in Bergisch Gladbach
Backstein war nie ganz out, aber jetzt ist er wieder besonders in. Prominentes Beispiel ist wohl die vor kurzem eröffnete Erweiterung der Tate Modern von Herzog de Meuron, aber auch in der bald entstehenden WerkBundStadt in Berlin sollen die 33 beteiligten Architekten maßgeblich mit Backstein bauen. Ein ganz bodenständiges Backstein-Beispiel aus dem Wohnungsbau ist das Projekt von HPA + Architektur in Bergisch Gladbach. Ziegel mit starken Farbnuancierungen und im wechselnden Verband sind das besondere Charakteristikum dieses Projekts.
Für den Stadtteil Herkenrath plante das Büro aus Köln eine Anlage für mehrere Generationen. Zur Straße zeigt sich der Komplex mit sechs Wohneinheiten kleinteilig: Drei Baukörper mit Satteldach, jeweils mit der Giebelfront zur Straße – also zur Schauseite – orientiert, reihen sich nebeneinander. Einerseits niedlich wirkt das Dreiergrüppchen, andererseits weist es mit den großformatigen, auseinandergerückten Fenstereinschnitten und dem vorkragenden Obergeschoss aber durchaus auch rustikale Züge auf.
Zum Hinterhof gibt sich das Giebeltrio als zusammenhängender Bau. Die Wohnungen vom 1-Zimmer-Apartement bis zur 3-Zimmer-Wohnung werden auf beiden Geschossen über einen Laubengang erschlossen, der – aus Beton – dem tonangebenden Backstein gegenübergestellt ist. Jede der barrierefrei zugänglichen Wohnungen hat ihren privaten Außenraum, sei es im Hof für die drei Einheiten im Erdgeschoss oder auf dem Balkon für die Bewohner im ersten Stock. Sonst sollen Hinterhof und Garten gemeinschaftlich genutzt werden. (sj)
Fotos: Detlef Podehl
Zur WerkBundStadt und Backstein gibt es mehr Informationen in der Baunetzwoche#468, einfach nur dem Backstein, und zwar in Belgien, widmet sich die Baunetzwoche#356
Ich habe nicht das Gebäude oder dessen Architekten in eine Reihe mit Böhm oder Bienefeld gestellt, sondern anlässlich des Kommentars von Frau Tschavgova aus Österreich auf die alte Bautradition Nordrhein-Westfalens verwiesen, wo Ziegel seit alters her und auch in der Neuzeit ein übliches Fassadenmaterial ist.
"No zur Ziegeltapete" ist und bleibt - gerade in einem Architektenforum - "peinlicher Quark". Sowohl inhaltlich als auch wegen seines Gaga-BuBu-Teenie-Denglish. Solch verbaler Kindertinnef, der nicht einmal ansatzweise Kenntnis der Baugeschichte erahnen lässt, mag ja mit dicker Farbe auf einem Demotransparent angehen, aber in einem Kommentar zu einem Bauprojekt in einem Architekturforum möchte ich das dann eben auch nicht lesen, So hat halt jeder seine Präferenz, nicht wahr?
An Sie konkret: Nicht quaken, besser machen. Ich für meinen Teil bin für jeden Bauherren dankbar, der statt Billig-WDVS Ziegel bezahlt. Und da wir beide in Wahrheit außer der paar Fotos überhaupt nichts genaues über die Fensterbankdetails wissen und auch das zur Verfügung stehende Budget nicht kennen, lässt sich maximal sagen, dass die Fensterbänke offenbar die vorgeschriebenen Aufkantungen und Überstände aufweisen. Was daran nun "schlampig" sein soll, werden Sie mir nicht erklären können. Den Rat, Ihre Worte zu wägen, gebe ich dann gerne zurück.
Respekt haben hier lediglich die namentlich genannten bauenden Kollegen verdient. Nicht ein paar anonyme Nörgler.
kritische kommentare als "peinlichen quark und präpotent und albern zu denunzieren", nur weil einem das kritisierte nicht passt, ist eigentlich nicht das niveau, das ich hier beim baunetz zu lesen bekommen möchte...
und das vorgestellte projekt in eine reihe mit den kollegen bienefeld und böhm zu stellen ist - mit verlaub - dann doch etwas zuviel des guten; bei denen und anderen ziegel-erfahrenen-architekten könnte man nämlich auch sehen, wie solche fassaden zu detaillieren sind.
wenn nämlich das besprochene gebäude - wie sie schreiben - "in den Details ordentlich umgesetzt" ist und beispielsweise "tadellose Fensterbankanschlüsse" aufweist, dann möchte ich die gebäude, wo sie von schlampigen details sprechen, nicht sehen.
hochachtungsvoll
Ja! Ziegel macht Sinn und ist - man höre und staune - auch in Bergisch-Gladbach verständlich. (Ganz Nordrhein Westfalen hat seit der Römerzeit eine alte Ziegelbautradition...das wussten schon die Kollegen Bienefeld und Böhm).
Ziegel - ob tragend, vorgehängt oder als Riechen geklebt - ist ein ansprechendes und wertiges Material von hohem ästhetischen Reiz. Robust und von angenehmer Haptik. Hochwertiger als WDVS allemal. Und was dem eenen sin Uhl ist bekanntlich des annern sin Nachtigall. Es spricht überhaupt nix gegen Kreuzfugen im nichtragenden Verband. Die Architekten haben sich hier für eine klar lesbare Ziegeltapete und eine ornamentale Verlegung entschieden.A podiktisch orwellianische Statements ("Versetzte Stoßfuge : gut - Kreuzfuge : schlecht") sind aus dem Munde von Architekten doch peinlicher Quark.
Die Fassade ist gut gelungen und auch in den Details ordentlich umgesetzt. Die Raster gehen - soweit in den Fotos ersichtlich - sauber auf. Das erfordert Erfahrung und/oder sorgfältige Planung. Die Fensterbankanschlüsse sind tadellos. Der Materialkontrast zum Beton und den Stahldetails ist - gerade in der sicher beabsichtigten Ruppigkeit - stimmig.
Das Genörgele hier hingegen präpotent und albern. Selbst für Studenten unwürdig.
Glückwunsch an die bauenden Kollegen und die Bauherren!
no zur ziegeltapete, zum schlechten 1:1 rendering.
auch ein vor-mauerwerk kann ein mauer-werk sein.