Japanische Flechtspiele
Wohnhaus mit verzweigten Ebenen
Ebenenlabyrinth im japanischen Saitama: Hier hat der junge Tokioter Architekt Yuusuke Karasawa ein Einfamilienhaus mit einer markant ablesbaren konstruktiven Struktur fertig gestellt. Außen zeichnet sich ein netzartiges Flechtspiel ab, das aus Decken- und Bodenplatten, gleichartig gestalteten Horizontalbändern sowie der diagonalen Struktur der Tragkonstruktion – parallel zu den Treppenwangen geführt – besteht. Das strahlend weiße Stahlgerüst ist das einzige materiell wahrnehmbare Element in diesem Haus, das ansonsten aus einem Hauch von Nichts zu bestehen scheint.
Das Gebäude steht auf nur 52 Quadratmetern Fläche. Man hat den Eindruck, sich nirgends in seinem Inneren länger aufhalten zu können, denn die eigentlichen zwei Geschossebenen wachsen jeweils in der Mitte auseinander und werden auf halbe Geschosshöhen angehoben. Dafür gibt es viele Treppen, die die Lücken zwischen den Ebenen überbrücken.
Nicht umsonst nennt der Architekt sein Haus „ein Netzwerk aus verzweigten Ebenen“: Karasawa vergleicht sein Flechtgebilde mit der komplizierten Welt des Internets. Für unsere Informationsgesellschaft wünscht er sich mehr von ähnlich vielschichtigen Orten, an denen unser abwechslungsreiches Leben stattfinden kann.
Generationen-gerechtes und nachhaltiges Bauen scheint fuer die jungen japanischen Architekten jedenfalls kein Thema zu sein, wenn es nach den hier regelmaessig veroeffentlichten Beitraegen geht.
völlig gegen aktuelle nachhaltigkeit-trends.
und obwohl man bei den projekten aus japan
schon immer einiges gewohnt ist, setzt dieses hier
nochmal eins drauf.
fensterputzer in festanstellung?
maler in teilzeit zum nachweissen?
...natürlich macht man sich sofort praktische gedanken,
das muss nicht spiessig sein, ein haus muss ja auch irgendwie funktionieren.
ich frage mich grade wie der hund der familie sich
in diesem weißen piranesi-haus zurechtfindet.
aber. ich denke, man kann relativ sicher sagen, dass es technisch überhaupt nicht funktioniert. interessant, dass eine solche ressourcenverschwendung im land von fukushima und kyoto-protokoll überhaupt noch erlaubt ist. keine oder bestenfalls kaum wärmedämmung, null sonnenschutz, null speichermasse... wie kann man darin im sommer und im winter leben?
also das ist doch voll durchgeknallt. oder ich bin zu spießig dafür. wahrscheinlich beides.
Spaß beiseite. Ich finds schon sehr hübsch, fragt sich wie es mit Vorhängen aussieht.
Da braucht man keine Kunst am Bau mehr - das ist schon ein Kunstbau.