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https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Wohnhaus_in_Tuebingen_von_Ackermann_Raff_5183702.html

27.10.2017

Nutzungsmix zwischen Bach und Bahn

Wohnhaus in Tübingen von Ackermann + Raff


In bester und nicht zuletzt städtebaulich interessanter Lage Tübingens hat das Stuttgarter Büro Ackermann + Raff Architekten vor Kurzem das Wohn- und Geschäftshaus Weißer Turm fertigstellen können. Das sechsgeschossige Haus über dreieckigem Grundriss liegt prominent zwischen dem Flusslauf der Steinlach und den Bahngleisen. Es ist eines von drei Gebäuden, die hier an der Stelle einer Bauruine entstanden, die 2013 abgerissen wurde.

Bauherrin ist eine Baugemeinschaft, die sich mit ihrem Konzept in einem Bewerbungsverfahren, wie es in Tübingen nicht unüblich ist, durchsetzen konnte. Der Clou des Hauses ist eine gewisse Nutzungsmischung aus unterschiedlichen Wohnungstypen und Gewerbe. Im Sockelgeschoss mit den kleinen Fenstern liegen Garage und Abstellräume, im Geschoss darüber mit dem durchgehenden Fensterband eine Sprachenschule. Es folgen zwei Ebenen mit Senioren-Apartments, über denen wiederum drei Ebenen mit Wohnungen unterschiedlicher Größe liegen. Zwischen 36 und 143 Quadratmeter Wohnfläche haben die insgesamt 25 Mietwohnungen im Haus.
 
Zur Bahnstrecke zeigt sich das Haus dynamisch, mit langen Balkonen und einer durchgezogenen Sockelzone. An den anderen beiden Seiten dominiert der Eindruck dicht gesetzter französischer Fenster. Die auffällige Rundung ist zum nahen Bahnhof hin orientiert. Hier wirkt das Haus tatsächlich turmartig. Weiß sind trotz des Namens nur die Balkone, der Putz wurde umbragrau gestrichen.     
 
Die Seniorenwohnungen wurden mit „gemeinschaftsorientierter Konzeption“ um das innenliegende, schwungvolle Treppenhaus in Sichtbeton konzipiert, wie die Architekten schreiben. Ihre Skizze zeigt gut, wie sie dies ursprünglich gedacht hatten: Die Gemeinschaftsfläche liegt an der besten Stelle des Hauses, im runden Kopfbereich. Er öffnet sich direkt zum Flurbereich, von dem die sechs Apartments abgehen, die alle als eigenständige Wohnungen funktionieren.

Der vergleichende Blick auf den Grundriss des realisierten Hauses zeigt, dass im späteren Planungsverlauf aus der offenen Gemeinschaftsfläche ein weiteres Apartment wurde, das optional als gemeinsamer Raum zumietbar ist. Doch auch wenn hier manch eine Idee nicht ganz umgesetzt werden konnte, so haben die Architekten den Gedanken des Zusammenlebens durchaus ernst genommen, wie allein schon die exponierte Lage verrät. Vielleicht finden sich in der Zukunft ein paar dynamische Senioren zusammen, die hier nochmals umbauend eingreifen. (gh)

Fotos: Thomas Herrmann


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