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https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Wohnhaus_in_Oregon_von_Mork-Ulnes_Architects_8147351.html

06.02.2023

Hölzerne Raute

Wohnhaus in Oregon von Mork-Ulnes Architects


Seit einem Waldbrand vor zwei Jahrzehnten mutet das Deschutes County westlich von Bend im US-Bundesstaat Oregon ziemlich kahl an. Dafür gibt es Golfplätze. Und Wohnstraßen, an denen Einfamilienhäuser aufgefädelt sind. Eines davon haben Mork-Ulnes Architects (San Franciso/Oslo) entworfen. Nach Angaben des Büros handelt es sich um eine Kombination aus einem Haus und dem, was man im Amerikanischen als cabin bezeichnet. Der dreiköpfigen Familie und ihren Gästen bietet es jedenfalls 310 Quadratmeter Platz.

Weil eines der beiden Gästezimmer ein Klappbett hat, kann es auch als Arbeitszimmer genutzt werden. Die Auftraggeber*innen, die einem anhaltenden Trend folgend, aus dem dichten und teuren San Francisco ins Deschutes County gezogen sind, um ihrem Kind ein Aufwachsen in der Natur zu ermöglichen, arbeiten nämlich am Rechner von zu Hause aus. Vielleicht wird das Haus auch deshalb Octothorpe House genannt. „Octothorpe“ bedeutet Raute, und die ist auf jeder Tastatur zu finden. Dass man die Raute im Grundriss kaum erkennt, ist den rechten Winkeln der Räume geschuldet – und dem Raumbedarf der beiden PKWs in der Garage.

Ökologisch, so heißt es, seien die Bauherr*innen fortschrittlich. Zumindest legten sie Wert auf Nachhaltigkeit und haben den Architekt*innen vorgeschlagen, ein Haus aus Brettsperrholz zu bauen. Fünfzehn Tonnen CO2 konnten laut Angaben dadurch eingespart werden. Auch wenn das Material aus nachhaltiger Forstwirtschaft dafür einen weiten Weg zurückgelegt hat. Geklebt und laminiert wurde es in einem Werk im Bundesstaat Montana, rund 1000 Kilometer entfernt.

Die wichtigste Qualität des Hauses liegt nach Auffassung der Architekt*innen aber nicht in den ökologischen Vorzügen, sondern in einem „immaterial sense of liberty“.  Umweltbewusstsein und persönliche Freiheit treffen sich auf den 310 Quadratmetern irgendwo recht schwammig in der Mitte. (ree)

Fotos: Jeremy Bittermann


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