Bienenstock in Sichtbeton
Wohnhaus in Genf von NOMOS
Leben wie im Bienenstock? Das war für die strukturalistischen Architekten in den Siebziger- und Achtzigerjahren ein durch und durch positives Bild. Aber ist das heute auch noch so? Für die Architekten des Büros NOMOS mit Sitz in Genf, Madrid und Lissabon auf jeden Fall – auch wenn es ihnen nur um eine Fassade und nicht um räumliche Strukturen geht. Ihre acht-geschossige Wohnhausscheibe in Genf bezeichnen sie jedenfalls als einen „bewohnten Bienenstock“. Das Haus mit dem Namen Jolimont liegt am nordwestlichen Rand der Stadt, im ruhigen Wohnviertel Mervelet. Die Gegend ist reich an verschiedenen Baumarten und nur dünn mit alten Villen bebaut. Dies erlaubt eine problemlose Verdichtung der Nachbarschaft und erleichterte auch die Integration des neuen Wohnhauses.
Das Haus hat eine optimale Ausrichtung nach Südwesten. Die großzügigen Loggien bilden die Hauptfassade. Deren Geländer folgen mit ihrer Form wiederum der Kontur der mehrfach facettierten Fassade und drehen sich in verschiedene Richtungen. Dadurch bestimmen Lichteinfall und Schattenspiel die Wahrnehmung der Gesamtstruktur. Diese Belebung der Hauptfassade vermittelt erstens nach außen Transparenz und schafft zweitens auf den einzelnen Loggien eine intime Atmosphäre. Auch die Öffnungen auf der Rückseite des Hauses – wo vorwiegend Schlafzimmer liegen – sind auf gewisse Weise „animiert“. Die Architekten arbeiteten hier mit vorgefertigten Betonmodulen und leicht versetzten Fenstern.
Ungeachtet der Tatsache, dass in dem Haus unterschiedliche Wohnungstypen liegen, besitzen alle 63 Einheiten eine Terrasse und die meisten haben sogar Belichtung von zwei Seiten. Alle Wohnzimmer öffnen sich voll verglast zu den Loggien, wodurch den Bewohnern – bei entsprechendem Bewuchs – der Eindruck vermittelt wird, dass die Räume von einem Garten umgeben sind. Das Resultat in diesem Sinne ist eine gestapelte „Gebäude-Villa“, die sich harmonisch in die grüne Umgebung eingliedert. (mg)
Fotos: Imagen Subliminal (Miguel de Guzmán)
Patina ist doch auch schön.
die gezackten balkonfassaden sind echt gelungen, auch wenn man 15mal das selbe fotografiert hat....
richtig scheusslich ist die "NOVOTEL"-Fassade Bild drei.....
Mit Verlaub, aber den "besorgten Bürger" kaufe ich Ihnen nicht ab. Aus Ihren Ausführungen höre ich nämlich leider weniger echte ernste Sorge um die Baukultur und unsere Nachkommen, als vielmehr rechthaberische Verachtung und Unverständnis für Architekten und deren Arbeit und die Bedingungen unter denen diese erbracht wird.
Und zur Erinnerung: Das schöne deutsche Wort Kultur leitet sich vom Lateinischen "colere" mit der Bedeutung "pflegen", "bebauen", "bewohnen", "verehren" ab.
Alle (!) Bauwerke müssen gepflegt werden, um ihre Schönheit und Tragfähigkeit zu erhalten. Ob aus, Holz, Stahl, Beton oder was auch immer.
Ein Blick in die Welt sagt mir, dass auch Sichtbetonwerke ihre Ästhetik und Berechtigung haben und in Würde und Schönheit altern können.
Ihre apodiktische und parteiliche Kritik geht fehlt, weil sie viel zu kurz greift und ...ja... sie ist im vorgetragenen Duktus geradezu albern. Erst recht von einem Ingenieur.
Wer "Betonschachteln" kritisiert, der schaue sich mal in deutschen Gewerbegebieten um und betrachte das Elend, welches dort nicht selten und in großer Masse ohne Beteiligung von Architekten hergestellt.
Mit kollegialen Grüßen. J. Kempf, Architekt
..zahlen auch die Miete der Sachverständigen und schaffen neue Arbeitsplätze in Reinigungs- und Sanierungsbetrieben. Ist doch auch nicht schlecht!