Umarmung in Alu
Wohnhaus am Hang in Aalen
Grüne Felder und graue Aluminumpaneele, die mit ihrer scharfen Rasterung einen gewissen technischen Geist versprühen, das passt nach Schwaben – auch wenn die dortigen Einfamilienhausgegenden oft eher konventionell wirken. Nach einem Entwurf von ad2 Architekten (Weiden am See) haben Kayser Architekten (Stuttgart und Aalen) in Aalen-Westheim ein Wohnhaus errichtet, das mit diesem Zwiespalt umgeht. Im Lageplan erscheint das am Hang gelegene Gebäude wie ein radikales Unikum, was bekanntlich bei den Nachbarn zu Unbill führen kann. Zur Straße hin haben die Architekten jedoch mit einer giebelartigen Betondachkonstruktion eine ruhigere, eher archetypische Ansicht eines Hauses geschaffen.
Das Projekt der beiden Büros ist großzügig angelegt: Die beiden Geschosse, das Eingangsgeschoss und das darunterliegende Hanggeschoss, werden von einer gefalteten Betondachstruktur mit hinterlüfteter Aluminiumfassade überspannt und umfassen 300 Quadratmeter Wohnfläche. Diese gefaltete Dachstruktur erzeugt zum Garten hin eine expressivere, freiere Gestalt und läuft zu den Seiten in einer langen Rampe und einer flankierenden Seitenfassade aus – eine umarmende Geste, die das Gebäude mit dem Außenraum verzahnt und gleichzeitig geschützte und intime Freiflächen schafft.
Die Weitläufigkeit der Architektur, die sich hier zwischen den gedrungenen Nachbarhäusern versteckt, spiegelt sich auch in den Begriffen, die die Architekten selbst zur Beschreibung ihres Projekts verwenden: Eine „zentrale Halle“ im Eingangsgeschoss verbindet die beiden Ebenen miteinander durch Lufträume und Treppen. Der Wohnraum im Hanggeschoss ist als „offenes Raumkontinuum“ konzipiert und öffnet den Blick auf die umliegende Landschaft.
Das Prinzip der räumlichen Kontinuität wird beim Innenausbau fortgesetzt: Auf geschlossene Wände wurde weitestgehend verzichtet, ersetzt wurden sie durch Glas- und Möbeleinbauten, dank derer die gefaltete Betondachstruktur auch im Inneren sichtbar bleibt. Die bodentiefen Fenster des Bades erlauben ungewöhnliche Einblicke in die Lebensgewohnheiten der Bewohner, in ihnen spiegelt sich auch die konventionelle Bebauung der Umgebung. Ein klein wenig Provokation der Nachbarn muss dann doch erlaubt sein.
Fotos: Volker Wortmeyer
Ersteres würde wohl die "Sommerloch" Vermutung bestätigen, bei Zweitem würde ich doch darum bitten, dass das dann auch so - wie bei anderen Medien - klar gekennzeichnet wird.
Je länger man sich das anschaut: da trifft das Wollen auf das Unvermögen. Wie schon hier bemerkt ist die Einbindung in die Landschaft einfach nur piefig, diese Vorfahrt versprüht genau die gleiche Haltung wie die Häuser der Umgebung. Da will man den expressiv dynamischen Raumkörper mit fließendem Grundriss und dann müssen doch so Zimmerchen irgendwie eingepfercht werden, von Details wie diesem Zahnstocherstützchen ganz zu schweigen.
Das Baunetz sollte den A... in der Hose haben uns es als das benennen, was es ist: Da wollte jemand eine Hadid-Techno-Moderne und geworden ist es das Äquivalent zur "toskanischen Villa" im Neubauviertel.
Herrgott, irgendwo muss es doch eine vernünftige Lösung zwischen dieser Katastrophe und den blutleeren Klötzchen geben, die hier auch immer bejubelt werden.
Well Done!
Da muss jemand schon sehr übereugt von der ansprechenden Form des Bauherren-Hinterteils sein...möge es in Würde altern!