Vom Wind geformt
Wohnhäuser von Tchoban Voss auf Rostocker Holzhalbinsel
Klinkerfassade, Leuchtturmcharakter und „vom Wind geformte“ Dächer sind bekannte Rostocker Allegorien am Bau. In diesem Sinne ergänzten Tchoban Voss Architekten (Hamburg) die Rostocker Holzhalbinsel am Ostende des Stadthafens mit mehreren Wohngebäuden für die städtische Wohnen in Rostock Wohnungsgesellschaft (WIRO). In der fünf- bis sechsgeschossigen Blockrandbebauung und den vier, bis zu neungeschossigen solitären Baukörpern sind 170 Wohnungen untergebracht. Sie bieten insgesamt 20.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche. Im Jahr 2013 hatten die Architekten um Ekkehard Voss einen entsprechenden Wettbewerb gewonnen und sich unter anderem gegen Baumschlager Eberle aus Berlin, IAA aus Amsterdam und Wiggenhorn und van den Hövel aus Hamburg durchgesetzt.
Vom gegenüberliegenden Ufer in Gehlsdorf aus soll der neungeschossige Solitär als Leuchtturm wahrgenommen werden. Die Gebäude sind KfW55-Effizienzhäuser, die Wärmeenergie kommt komplett aus Geothermieanlagen, der Grundwasserspiegel ist entsprechend hoch. Die Fassaden zeigen sich in traditionellem Gewand aus hellbraunen und beigefarbenen Klinkern im wilden Verband. Dahinter befindet sich ein Wärmedämmverbundsystem mit Mineralwolle. Die polygonen Dächer sind der Hauptwindrichtung aus Westen angepasst. Zwischen den Häusern wurden grüne Freiflächen mit Spielplätzen und Hügeln angelegt. Anders als am Westende des Stadthafens sind sie öffentlich zugängig.
Die Holzhalbinsel in Rostock war viele Jahre unentwickelt, aber keinesfalls unbelebt. Mit dem Bau der Promenade am Ludewigbecken am Ostende des Rostocker Hafens vor über 10 Jahren wurde sie zum Treffpunkt des urbanen Lebens und Flanierens am Wasser. Seit 2017 gibt es auf der gesamten Holzhalbinsel leider Probleme mit absackenden Gehwegen und Rissen in den Straßen.
Text: Tom Brennecke
Fotos: Hans Jürgen Landes
Vorder- und Rückseite sind identisch, ohne sich den unterschiedlichen und doch spannden umliegenden Räumen wirklich zu widmen. Die Freianlagen entspringen wohl einer Grundrissgrafik, die aus der Fussgängerperspektive wenig vermittelt und recht zusammengewürfelt und bezugslos wirkt. Da kann dann auch der wirklich schöne Klinker nicht viel Abholfe schaffen. Richtig schön ist eigentlich nur die Behandlung der Mole, wo die Benutzer dem Wasser einmal recht nahe kommen und die Holzoberflächen Benutzerfreundlichkeit vermitteln.
Scharounscher Schiffbau in den freien Raum fliegend, horizontale Reling.....aktiver Umgang mit dem Genius loci, der Molenkante, ,,, Zickzack.... Hamburg, Mainz, Düsseldorf, Rotterdam....?