Familienbande
Wohnanlage von Mateo Arquitectura in Toulouse
Erfolgreiche Familien zeichnen sich dadurch aus, dass jedes Mitglied eine andere Aufgabe übernimmt, so dass man gemeinsam jeder Eventualität gewachsen ist. So ähnlich sei es laut Josep Lluís Mateo auch bei der Wohnanlage, die sein Büro Mateo Arquitectura (Barcelona) gerade in Toulouse fertigstellen konnte. Um einen halböffentlichen Garten herum sind vier Baukörper gruppiert, von denen jeder auf seine eigene Weise zum Gelingen des Projekts beiträgt.
Den Auftakt bildet ein viergeschossiger Baukörper, der im gerade entstehenden Viertel Andromède das öffentliche Gesicht des Projekts bildet. Im Uhrzeigersinn schließt daran ein langgezogenes Gebäude aus Holz an, welches als eine Art „niedriger Zaun“ das Grundstück nach Osten hin abschirmt. Der dritte Baukörper kommt wiederum als Eckbauwerk seiner städtebaulichen Pflicht nach, während Gebäude Nummer Vier sich mit seiner metallverkleideten Innenseite als Reflektor nützlich macht.
Bis auf die hölzerne Längsseite macht die Anlage nach außen hin einen grafisch-ornamentalen Eindruck, der jedoch in seiner Intensität variiert. Je nach Umgebung sind die schwarzen und weißen Backsteine der Fassaden in einem anderen Verhältnis gemischt, so dass die Anlage mal dunkel und gediegen, mal hell und wohnlich wirkt.
Die Gestaltung des Gartens reagiert dagegen nicht auf die Umgebung, sondern wurde vom geschwungenen Flussbett der nahen Garonne inspiriert. Mit Gras, Steinen und Sand werden deren sanfte Wellen nachgeahmt, wodurch das Innere der Anlage einer fruchtbaren Oase gleicht, die von Mateos Architektur verlässlich beschützt wird. (sb)
Fotos: Adrià Goula