Russische Avantgarde
Wirtschaftsschule von David Adjaye in Moskau fertig
Eine Skulptur ganz im Stil der russischen Avantgarde: Der konstruktivistische Neubau für die Moscow School of Management am Stadtrand der russischen Megapolis sieht aus wie ein Stück gebaute Kunstgeschichte. Entworfen wurde er von den britischen Architekten David Adjaye Associates (London). Mitte September 2010 wurde der Neubau eingeweiht und damit das neue Zentrum für das Campusgebiet SKOLKOVO im gleichnamigen Bezirk.
Der 45.000 Quadratmeter große Neubau setzt sich aus einem zylinderartigen verglasten Baukörper und vier darauf liegenden, verschieden großen Quadern zusammen. Diese Anordnung mit dem Charme großer Bauklötze soll laut den Architekten Offenheit, Zusammenhalt und die Negation einer Hierarchie suggerieren. Der kreisförmige Grundriss im Erdgeschoss dient als verbindendes Element für die Unterrichts- und Seminarräume sowie das Kongresszentrum in den oberen Etagen. Die Grünanlage mit einem kleinen Park auf dem Dach ist vom Campus aus kaum einsehbar und definiert die Zwischenzonen der Seminarbausteine.
Die Fenster verschwinden förmlich in der Fassade – sie wurden in das unregelmäßige Muster aus bunten Alucobond-Rhomben eingepasst, die in verschiedenen Winkeln gegeneinander versetzt angeordnet sind. Die Fenster sind daher nahezu unsichtbar. Nicht ohne Grund erinnern die abstrakten Fassaden der oberen Gebäudekuben an die Bilder des russischen Avantgarde-Künstlers Kasimir S. Malewitsch, schließlich ließ sich David Adjaye von seinen Werken inspirieren.
Bemerkenswert und neu ist der überaus entspannte Umgang mit Geometrien - sowohl in der leichten Komposition der Körper im Raum als auch an den Fassaden der oberen Quader. Die Architektursprache fügt sich gut in die der bisherigen Bauten Adjayes ein, zeigt aber dennoch Eigenständigkeit und Weiterentwicklung; es scheint auch das bisher grösste realisierte Projekt zu sein. Auch in seinem Kontext erstaunt das Projekt - es ist bisher eines der wenigen zeitgenössischen Gebäude, die unter den Rahmenbedingungen im heutigen Russland in beachtlicher architektonischer Qualität realisiert wurden! Man wünscht sich also weitere professionelle Fotos nach Fertigstellung, auch der sicherlich genauso gelungenen Innenräume..
eigentlich kritisiere ich andere Kommentatoren ungern. Nachdem Sie aber so weit ausgeholt haben muss man schon einmal festhalten, dass Ihre viel zu langen Ausführungen auch zu nichts Anderem führen als das Offensichtlichste zu beschreiben.