Fünf am Strandkai
Wettbewerb in der Hafencity entschieden
Fünf am Strandkai
Wettbewerb in der Hafencity entschieden
Der Hamburger Strandkai ist ein Teilquartier der HafenCity und gilt als eine der Toplagen der Stadt. Hier entstanden 2009 die Unilever-Zentrale und 2010 der Marco-Polo-Tower von Behnisch Architekten. Sie bekommen jetzt Zuwachs. Ein zweiphasiger Wettbewerb entschied über die Bebauung dreier Grundstücke direkt am Wasser. Aus den Einreichungen von 33 Büros gingen die folgenden fünf als Sieger hervor:
- léonwohlhage (Berlin)
- Hadi Teherani Architects (Hamburg)
- ingenhoven architects (Düsseldorf)
- LRW Architekten und Stadtplaner (Hamburg)
- be Hamburg (Hamburg)
„Mit diesen herausragenden und sorgfältig aufeinander abgestimmten Architekturentwürfen für nahezu 500 Wohnungen wird die Stadtansicht Hamburgs auf einprägsame Weise neu komponiert“, lobte der Geschäftsführer der HafenCity GmbH. Außerdem entstehe gleichzeitig ein „besonderer öffentlicher Ort“. Neben Miet- und Eigentumswohnungen sollen hier Gewerbe, Kulturnutzungen sowie verschiedenen gastronomische Angebote angesiedelt werden.
Die Bebauung durch die fünf Büros bildet mit Behnischs Marco-Polo-Tower ein städtebauliches Ensemble aus zwei Blockrandtypologien und zwei Wohntürmen. Spitze des Ensembles bildet ein vom Berliner Büro léonwohlhage entworfener abgerundeter Baukörper. Während das Hochhaus von ingenhoven Luxusapartments beherbergt, bietet der Entwurf von Baumschlager & Eberle genossenschaftliches Wohnen. Auch der ästhetische Bezug zum Wasser darf natürlich nicht fehlen und wird von Hadi Teherani geliefert, dessen Balkone am südöstlichen Wohnturm an Schiffsdecks erinnern sollen.
„In der ersten Reihe der HafenCity“ gelegen, soll das neue Quartier künftig die Silhouette der Hamburger Innenstadt mitprägen, so der Oberbaudirektor Walter. Zumindest vorbeifahrende Schiffe werden etwas von der neuen Kulisse haben.
Alle Entwürfe des Wettbewerbs sind bis zum 12. März 2015 in der ON-OFF-Gallery ausgestellt.
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War das Stapelfragment von Teherani mal was Größeres, Stärkeres von dem jetzt nur noch die angeknabberten Reste stehen?
Sollte Ingenhoven sich nicht konsequenter selbst kopieren und seinen vorhandenen Turm klonen - da würden wenigstens ein aha-Effekt entstehen?
Am meisten Wille zeigt tatsächlich Leon Wohlhage..
Hallo Herr Oberbaudirektor - sind Sie noch da?
Hamburg war immer wohltuend mit seinen sorgsam gepflegten und feinfühlig geplanten Stadträumen. Das ist leider vorbei und auch aus der Ferne betrachtet tut das nur noch weh.
Die Panoramen zeigen leider recht deutlich, wie sich das Stadtbild verändert. Also: lieber an die Strandperle setzen, Kopf nach links (elbabwärts), dann bleibt man davon (noch) verschont.
Also, mehr stilistisch in sich geschlossene Quartiere wagen. Nicht jeden einzelnen Quadratmeter an ein anderes Büro vergeben. Die Hafencity wirkt wie eine permanente Bauaustellung. Ein Wettrennen der Selbstdarsteller.
Allenfalls Léon Wohlhages abgerundete süd-westliche Fassade kann neben dem kristallinen Chaos der anderen Gewächshäuser überzeugen. Weil sie greifbar wirkt, Gewicht hat, dem Hafenwind etwas entgegenzusetzen hat, während die Anderen überdimensionalen Verkaufsregale für laue Lüftchen, wie Schnösel auf dem Deich deplatziert wirken. Hamburg ist nicht Dubai, ist nicht London, ist nicht "Nicht". Ich dachte die Post-Moderne, der Dekonstruktivismus wollte sich vom "International Style" abwenden.
Guten Abend.
Einer der vielen "Fußballtrainer" dieses Landes.
Allen Entwüfen mangelt es an Auseinandersetzung mit "diesem besonderen öffentlichen Ort". Die "an Schiffsdecks erinnernden Balkone", bringen die Oberflächlichkeit mit der hier gearbeitet wurde dabei auf den Punkt.
Da hat die Stadt Hamburg sich nun über Jahre hinweg mühsam städtebaulich und architektonisch den Weg ans Wasser gebahnt, nur um jetzt so blassen Wohnungsbau aus dem Boden zu stampfen. Ist dies wirklich wie sich die Metropole Hamburg an der Elbe inszenieren möchte?