Olympia 2018
Wettbewerb in München entschieden
Ob das Trio München, Garmisch-Partenkirchen und der Landkreis Berchtesgadener Land die Zusage für die Austragung der Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2018 wirklich erhält, ist zwar noch nicht entschieden, doch wird für das Sportevent schon eifrig geplant: Am vergangenen Freitag wurde der Wettbewerb für das städtebauliche und landschaftliche Konzept Olympia 2018 in München Nord sowie der Wohnungsbau- und Freianlagenplanung für das Olympische Dorf und das Mediendorf entschieden. Das Wettbewerbsverfahren haben Léon Wohlhage Wernik Architekten zusammen mit den Berliner Landschaftsarchitekten ST raum a gewonnen.
Städtebau und Landschaftsarchitektur
- 1. Preis: Leon Wohlhage Wernik Architekten mit ST raum a. Landschaftsarchitekten (beide Berlin)
- 2. Preis: Schneider + Schumacher Architekten (Frankfurt) mit Riegler Riewe Architekten (Graz) und Schmid Landschaftsarchitekten (Zürich)
- 3. Preis: bogevischs büro (München) mit Knerer + Lang Architekten (Dresden) und Burger Landschaftsarchitekten (München)
- 4. Preis: Sakamoto Laboratory (Tokio) mit Susanne Söldner, Dirk Stender und Landschaftsarchitekt Markus Roos (alle München)
- 5. Preis: Steidle Architekten (München) mit Auböck und Karasz Landschaftsarchitekten
Wohnungsbau und Freianlagen Olympisches Dorf
Fünf gleichrangige Preise:
- Leon Wohlhage Wernik Architekten mit ST raum a. Landschaftsarchitekten (beide Berlin)
- Schneider + Schumacher Architekten (Frankfurt) mit Riegler Riewe Architekten (Graz) und Schmid Landschaftsarchitekten (Zürich)
- bogevischs büro (München) mit Knerer + Lang Architekten (Dresden) und Burger Landschaftsarchitekten (München)
- Sakamoto Laboratory (Tokio) mit Susanne Söldner, Dirk Stender und Landschaftsarchitekt Markus Roos (alle München)
- Steidle Architekten (München) mit Auböck und Karasz Landschaftsarchitekten
Teilaufgabe Wohnungsbau und Freianlagen Mediendorf
Sechs gleichrangige Preise:
- Leon Wohlhage Wernik Architekten mit ST raum a. Landschaftsarchitekten (beide Berlin)
- bogevischs büro (München) mit Knerer + Lang Architekten (Dresden) und Burger Landschaftsarchitekten (München)
- gmp Architekten mit Bernard und Sattler Landschaftsarchitekten (beide Berlin)
- Hascher Jehle Architektur (Berlin) mit Hutterreimann Landschaftsarchitektur
- Schneider + Schumacher Architekten (Frankfurt) mit Riegler Riewe Architekten (Graz) und Schmid Landschaftsarchitekten (Zürich)
- Sakamoto Laboratory (Tokio) mit Susanne Söldner, Dirk Stender und Landschaftsarchitekt Markus Roos (alle München)
Das Siegerprojekt von LWW schlägt für das neue Olympische Dorf an der Dachauer Straße 17 ovale Hochhäuser unterschiedlicher Höhe (mit 14 und 7 Geschossen) vor, die zusammen eine Parklandschaft bilden sollen. Mit im Balkon integrierten Photovoltaik-Elementen sind sie als Plusenergiehäuser konzipiert. Hier sollen rund 3.500 Athleten in 770 Wohnungen beherbergt werden.
In den fünfstöckigen Passivhäusern des Mediendorfes am Rosa-Luxemburg-Platz in der Peripherie der bayrischen Landeshauptstadt sollen 430 Wohnungen für 1.500 Journalisten entstehen – die nach 2018 für den angespannten Münchner Wohnungsmarkt zur Verfügung gestellt werden sollen.
Münchens Bürgermeister Christian Ude und Bayerns Finanzminister Georg Fahrenschon schwärmen bereits von einer „sehr gelungenen Erweiterung des Olympiaparks und einer Architektur mit internationaler Ausstrahlung“. Doch jetzt heißt es erst einmal abwarten, dann das Internationale Olympische Komitee stimmt am 6. Juli 2011 ab, ob die Winterspiele 2018 in München, Pyeongchang oder Annecy stattfinden werden.
Ausstellung aller Wettbewerbsbeiträge vom 6. bis 16. Dezember 2010 im Pressebereich des Olympia-Stadions, Spiridon-Louis-Ring 25.
Kommentieren
Ich habe keine Ahnung, was die Jury diskutiert hat, aber um staedtische oder freiraeumliche Qualitaeten kann es nicht gegangen sein. Woher die Einstimmigkeit der Jury kommt ist mir auch ein Raetsel. Ist das Wettbewerbswesen in Deutschland so verkommen, dass sich keiner mehr traut anderer Meinung zu sein.
Das ist umso trauriger wenn man gestern und heute vergleicht:
In unmittelbarer Nachbarschaft steht das beste Stueck moderne Nachkriegsarchitektur, das Deutschland, vielleicht sogar ganz Europa hervorgebracht hat.
Und was kann das neue Olympiadorf beitragen?
Freibleibende Beliebigkeit die sich weder der Idologie der Olympiabauten von 1972 verpflichtet fuehlt, noch mit originell neuen Ideen kommt, noch einen Bezug zum bestehenden staedtischen Kontext aufbauen will.
Ein Trauerspiel und man kann nur hoffen dass wenigstens die Freiraeume zwischen all dieser Beliebigkeit die gleiche Qualitaet haben werden, die Chinesische Projekte dieser Art oft auszeichnen, aber die Visualisierungen geben hier wenig Anlass zur Hoffnung.
Würde gern mal die anderen Wettbewerbsbeiträge sehen von den die sich hier so aufregen. Für welches Büro haben Sie gearbeitet?
Und eine witzig finde ich diese Türme hier mit dem Marco Polo Tower zu vergleichen - Diese Türme hier sind gestapelte Ellipsen der MarcoPolo Tower wiederum besteht aus komplex verschachtelten Vierecken, jedes Stockwerk anders. Ein Architekt sollte die Unterschiede wirklich kennen! Selbst mein Sohn würde den Unterschied erkennen. Und die Balkone gab es auch schon zig mal vor dem MarcoPolo Tower. Also alles nix neues.
Vielleicht sollten sich einige hier erstmal die Ausstellung anschauen bevor man hier seinen Frust los wird. Wie man oben lesen kann mussten wohl 12 A0 Pläne und 2 Modelle abgegeben werden. Es gibt also noch einiges zu entdecken und nicht nach diesen 6 kleinen Bildchen urteilen. Gerade die anderen Wettbewerbsteilnehmer hier sollten das doch wissen.
gelinde gesagt, eine frechheit!
sieht ja ganz luftig aus, aber :
-wo parken die ca. 1000 pkw?
in (sammel)-tiefgaragen...die dann doch den erhalt der bäume in frage stellen?
- wo sind all die geforderten noc-nutzungen untergebracht, lagerflächen, all die sog. residential activities?
- das motto war doch, jedem atlethen die gleichen wohnbedingen zu gewährleisten.
bin gespannt, ob es beschwerden aus den nord-ostwohnungen gibt?
-14 geschossige türme, frei und lustig um die bäume getupft...hatte herr sakamoto (hier 4. trostpreis) weiter südlich auch schon probiert und wurde weggemobbt.
- graphisch geschickt wurde auch die sog. plaza unterdrückt, die ja immerhin ca. 20.000qm NF aufnehmen muss.
- und zum schluss sei noch die frage gestattet, wo der verfasser all die geforderte photovoltaik und solarthermie versteckt, die den energie+-standart der gebäude garantieren soll???
ein tiefes loch in die erde wird wohl nicht reichen!
-und wie sich die jeweils 5 gleichrangigen preise zum wohnungsbau auf ein einheitliches konzept einigen wollen, wird noch spannender!
trotzdem wünsche ich den beteiligten viel kraft und durchhaltevermögen, wenn die bürgerdemokratie von unten mit voller wucht über allen zusammenschlägt.
Meine Meinung:
50 internationale Büros werden in ein sündteures und aufwendiges Wettbewerbsverfahren geschickt und die Jurymitglieder sind zu faul, sich die Auslobung durchzulesen und sich der Aufgabenstellung gedanklich zu widmen! Gesucht wird dann ein hübsches- den allgemeinen Konsens findendes Bildchen!
Bravo München- Hoffe Olympia findet woanders statt und die Teilnehmer sollten sich spätestens jetzt zur Wehr setzen!