Museumbau für Mathildenhöhe
Wettbewerb in Darmstadt entschieden
Das Leipziger Büro Schulz & Schulz Architekten hat am vergangenen Freitag den internationalen Realisierungswettbewerb für einen Neubau auf der Mathildenhöhe in Darmstadt gewonnen. Bei dem Projekt handelt es sich um einen Entwurf für ein Museum der Hans-Joachim und Gisa Sander-Stiftung. Der Bau wird künftig die etwa 260 Kunstwerke der Familie Sander, darunter Werke des Deutschen Expressionismus über europäische Nachkriegskunst bis hin zur internationalen zeitgenössischen Kunst, beherbergen.
Laut Auslober soll mit dem Neubau eine „empfindliche Lücke im Ensemble der Künstlerkolonie wieder geschlossen werden.“ Das Baugrundstück liegt auf der Mathildenhöhe, der höchsten Erhebung Darmstadts, die mit Künstlerwohnhäusern sowie Ausstellungs- und Ateliergebäuden im Jugendstil bebaut ist. Der Neubau wird das von Joseph Maria Olbrich entworfene Haus Christiansen ersetzen. Durch die Zerstörung des für den Maler Hans Christiansen entworfenen Hauses während des Zweiten Weltkriegs war die Symmetrie des Ensembels aufgelöst worden. Die Wettbewerbsrichtlinien forderten deshalb, insbesondere den städtbaulichen und denkmalpflegerischen Ansprüchen gerecht zu werden. Die international und interdisziplinär zusammengesetzte Jury hat diese Preise und einen Ankauf an folgende Architekturbüros vergeben:
- 1 Preis: Schulz und Schulz, Leipzig
- 3. Preis: Raumwerk, Frankfurt am Main
- 3. Preis: Töpfer Bertuleit, Berlin
- 4. Preis: Lengfeld & Wilisch Architekten BDA, Damstadt
- Ankauf: Graft Architekten, Berlin
Zu den Teilnehmern des Wettbewerbs zählten neben lokalen Architekten, jungen Büros und deutschen Entwerfern aus dem Bereich Museumsbau auch internationale Architekturbüros, darunter David Chipperfield und David Adjaye (beide London), Märkli Architekt (Zürich) und Marte.Marte Architekten (Weiler, Österreich).
Die Materialsierung wird sich im Projektverlauf konkretisieren, aber ich denke, dass eine gute Lösung erreicht werden kann. Viel Erfolg.
Darmstadt baut schun widder, un verbaut - wie schun in de 60er un 7oer johrn, Wo iss die Lieb zu de Mathildehee!! Auf Ihr Darmstädter uff die Barrikade.
In geheimer Verhandlung wird den Erben (und Verkäufern) der Fa. Wella ein Grundstück in sensibelster historisch einzigartiger Umgebung zugeschanzt. Darauf ist der Darmstädter OB stolz. Der (ohne demokratische Legitimation quasi in Alleinherrschaft tätige) örtliche Denkmalschützer jubiliert, weil eine Lücke geschlossen wird, die länger als Lücke präsent war als ein Gebäude dort ansässig war. Dann ein eingeschränkter Wettbewerb. Und jetzt das: Ein strenger Backsteinkubus, der an einem anderen Ort vielleicht seine Berechtigung hätte, hier jedoch von der formalen Sprache, seiner Größe, Höhe, Ausdehnung und Materialität nicht überzeugen kann.
Die anscheinend neureichen Sanders gehören schon ob ihres unpassenden, mit Hybris beladenen Schuhkartons, Prinz Christians Weg 16 (ehedem "Galerie Sander"), Mathildenhöhe, gewissemaßen stundenlang geohrfeigt. Moderne Herrschaftsarchitektur "par excellence"!