Firmenzentrale für die Berlin Hyp
Wettbewerb in Berlin entschieden
Vor zehn Jahren erst wurde das Bürohaus der Berlin Hyp AG am Berliner Landwehrkanal nördlich der Berliner City West technisch erneuert. Jetzt soll es abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Auf dem rund 2.700 Quadratmeter großen Grundstück sind Raum für 570 Arbeitsplätze, Konferenzbereiche, eine Cafeteria und Stellplätze in den Untergeschossen geplant. Entsprechend seiner Adresse an der Budapester Straße 1, zwischen Lützowufer und Keithstraße, wird der Bau unter dem Namen B-One kommuniziert.
Die Berlin Hyp AG, ein Verbundpartner der deutschen Sparkassen, gehört zu den führenden Immobilienfinanzierern Deutschlands und hat sich nach eigenen Angaben der Förderung verantwortungsvoller und nachhaltiger Investitionen verschrieben. Da liegt es nahe, dass die Bank beim Neubau ihrer Zentrale mit gutem Beispiel voran geht und einen Wettbewerb veranstaltet, der diese Werte in den Mittelpunkt stellt. Laut Auslobung waren „intelligente Lösungen in der Organisation, Gestaltung und Konstruktion zeitgemäßer Arbeitsplätze“ ebenso gefragt wie „die Ziele des nachhaltigen Bauens zu erfüllen“.
Sieben Büros waren eingeladen. Unter Vorsitz von Amandus Samsøe Sattler hat die Jury bereits Ende Mai 2020 entschieden und den Siegerentwurf zur Realisierung empfohlen. Erst jetzt wurde das Ergebnis bekannt:
- Sieger: C.F. Møller Architects (Berlin)
- 2. Preis: David Chipperfield Architects (Berlin)
- 3. Preis: J.MAYER.H und Partner (Berlin)
Weitere Teilnehmer: Dorte Mandrup (Kopenhagen); Gewers & Pudewill, (Berlin); LOVE architecture and urbanism und Kadawittfeldarchitektur (Graz/Berlin) sowie Thomas Müller Ivan Reimann Architekten (Berlin).
Eine Beurteilung des Preisgerichts haben die Auslober bisher nicht veröffentlicht. Auf den Bildern des Siegerentwurfs ist ein elfgeschossiger Baukörper erkennbar, der sich über üppig begrünte Terrassen zu den Nachbarhäusern hin abtreppt. Die Eingangshalle, die die Planer als „town hall“ bezeichnen, wird von einer Sitztreppe dominiert, auch hier sollen Bäume wachsen. Ganz oben befinden sich ein Dachgarten und ein Konferenzraum. Die Planer wollen selbstverschattende Fassaden installieren und Photovoltaikmodule zur Eigenstromproduktion in das Natursteinraster integrieren.
Bis Ende 2023 soll der Neubau fertiggestellt sein. Zuvor jedoch muss der Altbau auf dem Grundstück abgerissen werden. (fm)
Ich kann mich nur anschließen. Dieser Abriss und Neubau muss verhindert werden. Und etwa nicht durch die autonomen Straßenkämpfer, sondern durch uns Architekten. Also, hoch aus dem Investoren-Zeichen-Sessel und rein in die Pflaster-Steine-Anketten-Straße.
Amandus Samsøe Sattler
Wenn sich schon die Büros nicht einer solchen Bauaufgabe verweigern, warum dann nicht mal potentielle Jurymitglieder? Wo bleibt der Aufschrei???
Leute, ihr seid Architekturschaffende. Kreativität bedeutet sich auch mit dem vermeintlich architektonisch unwertvollen Bestand auseinanderzusetzen. Graue Energie steckt nicht nur im Mäusebunker. Aber Brandlhuber kann sich halt nicht um alle Gebäude kümmern. Also ran an die Kartoffeln!
Der erste Preis ist wirklich gelungen.
Man denkt eine Bank vergrößert sich, hier aber wohl nicht. Vom Städtebau wäre im Straßenknie, mit dem Landwehrkanal als Abstandsfläche im Rücken ein Stadteingangshochhaus, also eine schlanke Verdoppelung des höheren Flügels möglich. Dies als Abschnittsbildung der Budapesterstraße bis zum Breitscheidplatz. War wohl nicht erlaubt?
Die Eskalation der nach oben immer größer zusammengefassten Stockewerke hätte noch ein zwei Eskalationen erlaubt.
Vielleicht als Leitbild eine klare Akzentuierung der Berliner Traufhorizontale gegen schlanke Vertikalen. Berlin experimentiert noch mit seinen Möglichkeiten. Umso wichtiger die Diskussion über eine Stadtkultur.
Sieht doch alles gleich aus.