Zwei erste Preise und kein Ort
Wettbewerb für Schwimmbad in Stuttgart entschieden
Da hat man ein Wettbewerbsergebnis mit zwei ersten Preisen und einem dritten, alle Entwürfen für eine Schwimmsporthalle im Stuttgarter Neckarpark werden als „erstklassige Ergebnisse“ bezeichnet – und dennoch ist unklar, ob jemals einer realisiert wird: Es gibt Streit um den Standort. Neben dem anvisierten auf dem Parkplatz zweier Fußballvereine werden gerade vier weitere potentielle – ebenfalls im Neckarpark gelegene – Baugrundstücke geprüft.
Unabhängig von den Standortschwierigkeiten hat die Jury unter Vorsitz des Architekten Eckhart Rosenberger folgende Platzierungen vergeben:
- 1. Preis: Arbeitsgemeinschaft Kubus 360, Krieger Architekten und Ingenieure, Riehle und Assoziierte, alle Stuttgart
- 1. Preis: Kauffmann Theilig und Partner, Ostfildern
- 3. Preis: Sacker Architekten, Freiburg
Dem Entwurf der Stuttgarter Arbeitsgemeinschaft bescheinigt die Jury eine bestechende Funktionalität und Gestaltung der Fassade sowie der Schwimmhalle selbst. Zudem sei der Baukörper gut auf dem (bisher vorgesehehen) kleinen Grundstück platziert, was Eckhart Rosenberg wegen des Raumprogramms mit einem 50- und einem 25-Meter-Becken, einer Sprunganlage sowie einer Tribüne mit 900 Plätzen als „schwierige Aufgabe“ bezeichnet.
Die Stärke des Entwurfs von Kauffmann und Theilig sieht die Jury in der großzügigen Gestaltung des Vorfelds, der Qualität der Eingangssituation, der Innenraumgestaltung und der Wirtschaftlichkeit. Die Gesamtkosten für diesen Vorschlag kalkulieren die Architekten mit 22 Millionen Euro, der konkurrierende liegt drei Millionen darüber.
Sollte der Standort gewechselt werden, müssten die Entwürfe dem neuen Grundstück angepasst werden; das und die Zeitverzögerung würde die Kosten in die Höhe treiben.
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Und was ist das hier? Ein neues Bad im Uralt-Format, als hätte die Stadt davon nicht schon genug. Dann auch noch ohne Grundstück, obwohl im Neckarpark Richtung Cannstatt hektarweise Brachfläche vor sich hinödet (ach so, wahrscheinlich ist die für gewinnbringenden Investoren-Wohnbau reserviert). Die Architektur bestenfalls Stuttgart-typisches Mittelmaß.
Oh Stuttgart, was soll nur aus dir werden... Lauter seltsame Projekte von S21 über Gerber und Milaneo bis zum Aus für den Wettbewerbsbeitrag der Cranko-Schule. Mir kommt es so vor, als betreibe Stuttgart die desaströseste und unüberlegteste Stadtentwicklung aller deutschen Großstädte. Da wird falsch gemacht, was man nur falsch machen kann, mit Professionalität hat das rein gar nichts zu tun. Das alles ist geplante Verunstaltung und Entwürdigung einer Stadt, die soviel Potenzial haben könnte. Und wir Steuerzahler füttern diese unfähigen Entscheidungsträger Tag für Tag...
Das Stadbild wird an allen Ecken und Enden dilettantisch verschandelt, die Bauverwaltung verliert sich in absurder Kleinkariertheit, bekommt nichts Sinnvolles auf die Reihe, und die Stadt geht den Bach runter. Die Herrschaft haben Investoren übernommen, und keinen störts. Hauptsache, Daimler, Bosch und Porsche gehts gut, der Rest ist wurscht. Willkommen in Stuttgart!
Im Inneren glänzt der Gewinner durch Zuückhaltung in der Aussage. Wie ist dort die Decke gedacht? Wie soll die Beleuchtung funktionieren? Wenn dieselbige schon nicht dargstellt wird, warum gibt es dann dort fünf höchst seltsame Schlitze? Die Dimensionen der Stützen scheinen zu schlank im Bild, das Tragwerk völlig unklar, ebenso wie die völlig unmotivierte Aufböschung rund um den Neubau.
Leider, man kann es nicht anders sagen, ein schlechtes Zeugnis für die Jury.
rosenberger im preisgericht, riehle als sieger......
ein gschmäckle
und warum ist KTP plötzlich so "grade und kistig" ?
eine reaktion auf die besetzung des preisgerichtes ?