Vier Phasen
Wettbewerb für Ruhr-Uni Bochum
Aus der Überarbeitung der drei gleichrangig bewerteten Entwürfe im Ideenwettbewerb für den Neubau der Ruhr-Universität in Bochum ist das Team aus Molestina Architekten (Köln) mit FSWLA (Düsseldorf) als Sieger hervorgegangen.
Ebenfalls an der Weiterbearbeitung teilgenommen hatten Eller + Eller Architekten (Düsseldorf) mit RPM Stephan Lenzen (Bonn) sowie H4A Architekten (Stuttgart) mit Glück Landschaftsarchitektur (Stuttgart) (siehe BauNetz-Meldung zum Wettbewerbsergebnis vom 18. 10. 2010). Die Jury, der unter anderem Carl Fingerhuth (Zürich) und Eckhard Gerber (Dortmund) angehörten, fällte die Entscheidung für das Siegerteam einstimmig und empfahl den Entwurf zur Ausarbeitung.
Bauherr des Projekts und Auslober des Wettbewerbs ist der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW in Kooperation mit der Stadt Bochum. Ziel des Wettbewerbs war es, Anregungen für ein innovatives Zukunftskonzept zur Ausgestaltung der Achse vom Uni-Center bis zum Audimax mit den zentralen Gebäuden Bibliothek, Verwaltung, Studierendenhaus, Musisches Zentrum, Hörsaal- und Seminarraumzentrum, Audimax und Mensa zu erhalten.
Die ersten Preisträger schlagen ein Bebauungskonzept aus vier Phasen vor, das eine flexible Planung ermöglicht. Ziel ihres Entwurfes ist es, neue, klar gegliederte Erschließungsachsen zu schaffen. Das Bibliothekgebäude und das Audimax sollen erhalten und umgenutzt werden. Von der Erdgeschossebene bis zum sechsten Obergeschoss entstehe so eine Abfolge von Plätzen, zentralen Gebäuden und Grünräumen. Im Zusammenspiel mit den geplantenen Grünstrukturen wollen die Architekten hier eine „neue moderne Universität“ schaffen.
Meine Anfrage an die RUB, wo ich die Begründungen für dieses Wahnsinnsprojekt finden kann, wurde nicht beantwortet.
Reicht es, daß Architekten träumen und Lobbyisten Profit sehen? Wenn gleichzeitig die Drogenhilfe geschlossen wird?
Ich glaube, daß nur noch Studenten diesen Unfug aufhalten können, denn es gibt wohl keine handfeste Begründung dafür. Sie werden fast nur Nachteile dadurch haben, Baustellen und Dreck für viele Jahre, Gelder werden gekürzt, und alles für einen feuchten Traum.
Bitte tut was!
was mich aber wirklich schmerzt ist der vorgesehene abriß des hzo (hörsaalzentrum ost) von eller/walter/moser (1968-71), einem zur zeit zwar ruinösen, aber wunderbar plastischen sichtbetonbau, vor allem im inneren...
vielleicht kann hier ja auch eine lobbying-aktion die gewichte noch verschieben, die rettung der march-tankstelle in münster macht ein wenig mut...
Die scheinbare Neuordnung und Öffnung des Geländes zur Straße hin, ist völlig überdimensioniert, da weiterhin der überwiegende Teil der Studenten den Campus über die Unibrücke erreicht.
Hier ist wenig Architektur aber umso mehr Grafik-Kunst zu sehen.