Vermittelnder Trittstein
Wettbewerb für Landratserweiterung in Bad Kissingen
Hier muss wohl eine ästhetische Brücke geschlagen werden. Im Kurort Bad Kissingen wird das Landratsamt erweitert. Es besteht bereits ein Bau für das Amt. Ein mächtiger Kubus, der sich inmitten einer kleinteiligen Altstadt in großem Maßstab platziert. An diesen soll sich auf einem Grundstück von 886 Quadratmetern der neue Erweiterungsbau anfügen, für den die bayerische Kreisstadt einen Realisierungswettbewerb ausgelobt hat. Jetzt liegen die Ergebnisse des Wettbewerbs vor.
Insbesondere an junge Büros wandte sich die Kreisstadt Bad Kissingen bei der Ausschreibung. An der Endauswahl nahmen schließlich zwölf Büros teil, von denen sechs zuvor geladen und sechs weitere über ein offenes Bewerbungsverfahren zugelassen wurden. Die Baukosten aller Projektvorschläge sollten sich an drei Millionen Euro orientieren.
Einen zweiten Platz, entschied die Jury unter Vorsitz der Münchner Architektin Uta Graff, nicht zu vergeben. Stattdesssen fiel das Ergebnis des anonymen Bewertungsverfahrens folgend aus:
- 1. Preis: Steimle Architekten, Stuttgart
- 3. Preis: betaplan AG Architects + Planners, Athen
- Anerkennung: schönherr + juli architekten, Fulda
- Anerkennung: Bürklein Architekten, Monheim
„Sehr überzeugend“ heißt es in der Beurteilung der Jury zum Siegerentwurf, füge sich das neue Gebäude „durch zwei trapezförmige, ineinander verschobene und in der Höhe gestaffelte Gebäudevolumen in den umliegenden Kontext“ ein. Dabei lobt das Komitee vor allem die eigenständige Haltung von Steimles Entwurf, als „vermittelnder Trittstein“ zwischen dem Volumen des Landratsamtes und der angrenzenden kleinteiligen, historischen Altstadt aufzutreten. Es ist geplant, den Gewinnerentwurf zu realisieren.
Noch bis zum 9. Oktober werden alle zwölf Wettbewerbsbeiträge im Rathaus der Stadt Bad Kissingen, Marktplatz 12, ausgestellt.
Das ist doch eine Qualität.
Wer Wettbewerbe gewinnen will, muß Volumen massieren können! Gratuliere!
heisst das die jury fand den ersten soooo herausragend?
und wollte man durch diese deutlichkeit verhindern dass wie so oft der zweite platz aus irgendwelchen gründen zum zuge kommt?
schade nur, dass das klaustrophobische überdruck-sicherheitstreppenhaus mit integriertem dunkelaufzug null räumliche qualität bietet.
aber wer mal einen wettbewerb gewinnen will - einfach beim nächsten mal versuchen, ob es wirkt, vielleicht klappt's ja!
Mitten ins Bild eine schwangere Frau zu setzen, die nebenbei schön die Eingangssituation verdeckt, scheint bei der Jury für Plus-Punkte zu sorgen. Zumindest kommen so Emotionen auf bei den Entwurf.
Mir scheint vom Äußerlichen her der Entwurf von betaplan besser zu passen.