Drei Sieger am Stachus
Wettbewerb für Hotel Königshof in München entschieden
Drei Sieger am Stachus
Wettbewerb für Hotel Königshof in München entschieden
„Münchner Hotellegende im Wandel der Zeit“: So beschreiben die privaten Auslober ihr Haus, seit über 60 Jahren eine der exklusivsten Adressen Münchens. Das Hotel Königshof, prominent direkt am Stachus und neben dem neobarocken Justizpalast von Friedrich von Thiersch gelegen, soll exakt an dieser Stelle vollständig neu entstehen. So lautete die Wettbewerbsaufgabe für die zwölf geladenen internationalen Architekturbüros, denn nur so könne das Haus „stark für die Zukunft“ gemacht werden.
Die Jury unter Vorsitz von Herbert Meyer-Sternberg ließ ein Hintertürchen offen: Sie wählte drei gleichberechtigte Preisträger, deren Vorschläge jetzt geprüft werden, bevor der endgültige Auftrag erteilt wird:
- Nieto Sobejano Arquitectos, Madrid, Berlin
Hier bescheinigt die Jury eine „äußerst eigenständige Antwort auf die Aufgabe“ und hohe innenräumliche Qualitäten.
- Sauerbruch Hutton, Berlin
Die Preisrichter loben die „heitere und einladende Eleganz“ der geschwungenen Fassade, die gut auf die Rundung des Stachus antwortet. - Wandel Hoefer Lorch , Saarbrücken
An diesem Entwurf heben die Preisrichter die zeitgenössische Architektur hervor, die sich mit Bezügen zur Nachbarbebauung zugleich gut in die Umgebung einfügt.
Der Hotelbetrieb läuft zunächst ungehindert weiter. Wann der Abriss und Neubau erfolgen sollen, steht noch nicht fest.
Kommentieren
Sobejano wird es niemals werden - aber Hauptsache München würdigt einen internationalen Star. Auch Sauerbruch bekommt einen Preis, damit es nicht so auffällt, dass sich Eignerfamilie, Stadt und Juri schon lange auf den bieder braven Entwurf von WHL geeinigt haben.
So etwas wird in anderen Städten gerade abgerissen. Ganz schlimm II: Rafael Moneo So etwas steht in Berlin am Bahnhof Friedrichstrasse und sollte abgerissen werden.
Stattdessen sollte sich der Investor, vor allem aber München, für einen der beiden Mitplatzierten entscheiden, die mit ihren grossstädtischen, als auch leichten und eleganten Entwürfen neue Maßstäbe in Münchens Innenstadt setzten könnten.
Von belanglos (Hild und K) über 60er-Jahre-Brutalismus (furchtbar: Manuel Herz / Léon Wohlhage Wernik) bis hin zum reichlich deplatzierten Klotz von Nieto Sobejano. Globale Copy & Paste-Kisten, wie sie überall stehen könnten. Warum aber hier, an diesem sensiblen Ort mitten in München - in so prominenter Nachbarschaft zu Justizpalast und Karlsplatz? Armes München, Du hast Besseres verdient. Am angenehmsten noch: Sauerbruch & Hutton oder Wandel Hoefer Lorch, die wenigstens Bezüge zum Ort und zur Nachbarschaft erkennen lassen. Oder auch Moneo, dessen Fassade trotz aller Unmaßstäblichkeit eine gewisse Eleganz hat. Insgesamt ein sehr enttäuschendes Resultat, das Gefahr läuft, den Münchner Nachkriegs-Bausünden eine weitere hinzufügen. Bitte nicht...