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27.10.2016

Industrieller Charme

Wettbewerb für Hochschul-Campus in Esslingen entschieden


Weinberge, Gleisanlagen, Gründerzeit-Architektur sowie Bauten aus den Siebzigerjahren bestimmen das Umfeld der „Neuen Weststadt“ in Esslingen bei Stuttgart. Der Rahmenplan für die Konversionsfläche des ehemaligen Güterbahnhofs entstand auf der Grundlage eines Entwurfes von Lehen drei (Stuttgart), der sich 2011 im städtebaulichen Wettbewerb durchgesetzt hatte. In fußläufiger Entfernung zum Bahnhof soll hier ein neuer Hochschul-Campus entstehen. Der hierzu vom Land Baden-Württemberg ausgelobte zweiphasige Planungswettbewerb wurde jetzt entschieden.

Die Hochschule Esslingen verteilt sich derzeit auf die zwei Standorte „Stadtmitte“ und „Flandernstraße“. Letzterer soll aufgelöst werden, nachdem das Land beschlossen hatte, die dortige Anlage aus den Siebzigerjahren nicht zu sanieren. Angesichts dieser Entscheidung könnte man den vom Auslober formulierten Anspruch der „Vorbildfunktion in Bezug auf Nachhaltigkeit und Energieeffizienz“ an den geplanten Neubau hinterfragen. Die 19.462 Quadratmeter Nutzfläche werden komplett in den „Campus Neue Weststadt“ verlegt.

Der Wettbewerb beinhaltete einen Realisierungs- und einen Ideenteil: Im ersten Bauabschnitt werden Aula, Bibliothek, Mensa, Rechenzentrum sowie verschiedene Unterrichts- und Büroräume unterkommen. Ein zweiter Bauabschnitt sollte für eine mögliche Erweiterung der Hochschule durch zusätzliche Studiengänge oder Forschungsprojekte entwickelt werden. Aus den insgesamt zwanzig Teilnehmern, unter ihnen auch gmp (Hamburg) wählte die Jury unter Vorsitz des Stuttgarter Architekten Jörg Aldinger folgende Preisträger, die zwischen 145.000 und 40.000 Euro erhielten:

  • 1. Preis: Bär, Stadelmann, Stöcker Architekten, Nürnberg

  • 2. Preis: Riehle Assozierte, Stuttgart

  • 3. Preis: Gerber Architekten, Dortmund

  • 4. Preis: Glaser Architekten, München

  • Anerkennung: vielmo architekten, Stuttgart und Kohlbecker Gesamtplan, Gaggenau

Die Jury lobte die Materialität des Siegerentwurfes von Bär, Stadelmann, Stöcker Architekten: Die „strenge und präzise gegliederte Klinkerfassade verweist auf die industrielle Historie und vermittelt gleichermaßen eine zeitgemäße wie zeitlose Erscheinung der neuen Hochschule“. Die Farbigkeit wurde allerdings als „zu dunkel“ bewertet. Als „im Umfeld selbstverständlich“ bezeichnete die Jury die „städtebauliche Körnung“ und Höhenentwicklung des Ensembles. Positiv hervorgehoben wurde auch der „großzügige Zugang zum Hochschulcampus“, der durch einen Rücksprung der drei unteren Geschosse gebildet wird. Die Zugänge und Öffnungen zum Innenhof seien zudem „richtig gesetzt“ und die Erschließung der „nutzungsintensiven Bereiche wie Mensa, Bibliothek und Aula“ über diesen Hof würden ein „einfaches und klares Wegesystem“ bilden.

Riehle Assoziierte
präsentierten ein Ensemble aus drei zueinander versetzten Bausteinen, die sowohl einen „kleinen Campusplatz“ als auch einen „Stadtteilplatz“ definieren. Das Preisgericht lobte die „Stringenz und Effizienz der Erschließung entlang der inneren ‚Magistrale’“ sowie die „raffiniert eingeschobene“ Fahrradgarage unter der Haupterschließung. Der „Habitus der Fassade“, wurde offenbar aufgrund seiner Implikation „schwierige Assoziationen“ kontrovers diskutiert und der Beitrag mit dem 2. Preis bedacht.

Städtebauliche Qualitäten durch die „Polygonalität der Außenräume“ sowie „zukunftsorientierte Lernwelten“ in den großzügigen Erschließungsflächen wurden dem drittplatzierten Entwurf von Gerber Architekten attestiert. Kritisiert wurde „die offene Erschließung durch die Mensa zur Bibliothek“ sowie die „Rigidität“ der Fassade „über die Länge insbesondere zur Bahn“.

Den 4. Preis erhielten Glaser Architekten mit einem nahezu rechteckigen Baukörper mit kleinen Lichthöfen, deren Größe allerdings „in Bezug auf den Tageslichtanteil im Erdgeschoss“ kritisiert wurde. Positiv bewertet wurden vor allem die Raumqualitäten des zentralen Foyers sowie der Lernlandschaft unter dem Sheddach im obersten Geschoss. Auch die „Ausformulierung der Gebäudehülle in Analogie zur Industriearchitektur“ gefiel. Eine Anerkennung vergab die Jury an die Arbeitsgemeinschaft vielmo architekten und Kohlbecker Gesamtplan deren Entwurf „vor allem im Hinblick auf die städtebauliche Setzung der vier Baukörper positiv bewertet“ wurde. (dd)


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1. Preis: Bär, Stadelmann, Stöcker Architekten (Nürnberg)

1. Preis: Bär, Stadelmann, Stöcker Architekten (Nürnberg)

2. Preis: Riehle Assozierte (Stuttgart)

2. Preis: Riehle Assozierte (Stuttgart)

3. Preis: Gerber Architekten (Dortmund)

3. Preis: Gerber Architekten (Dortmund)

4. Preis: Glaser Architekten (München)

4. Preis: Glaser Architekten (München)

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