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10.08.2016

Erster Preis für SEHW

Wettbewerb für Grundschule in Potsdam entschieden


Neues aus Potsdam: Während der Rohbau der Leonardo-da-Vinci-Gesamtschule auf dem Bornstedter Feld aufgrund von Baumängeln gerade saniert werden muss, steht die nächste Schule bereits in den Startlöchern. Das Berliner Büro SEHW Architektur konnte den nichtoffenen Realisierungswettbewerb für den Neubau einer Grundschule im Bornstedter Feld für sich entscheiden. Die Jury, in der u.a. Volker Staab saß, bewertete 18 Arbeiten und vergab Ende Juli folgende Preise:

  • 1. Preis: SEHW Architektur Berlin

  • 2. Preis: AFF Architekten, Berlin

  • 3. Preis: Petzi+Petzi Architekten, Oranienburg

  • Anerkennung: Dürschinger Architekten, Fürth

  • Anerkennung: Stadler Prenn Architekten, Berlin, mit Architekten BDA RDS Partner, Hattingen

  • Engere Wahl: Kersten + Kopp Architekten, Berlin

Die dreizügige Grundschule mit Hort und Sporthalle soll an der Potsdamer Graf-von-Schwerin-Straße / Ecke Fritz-von-der-Lancken-Straße auf einem brachliegenden Areal entstehen. Die Nachbarschaft, die von den roten Ziegelbauten der ehemaligen Kasernen geprägt ist, gab dem Baugrundstück seinen Namen: Rote Kaserne Ost. Kein Wunder also, dass sich die meisten Wettbewerbsentwürfe mit ihrer Fassade genau daran orientiert haben.

So auch der Siegerentwurf von SEHW Architektur. Diese wollen den dreiflügeligen Baukörper, der für insgesamt 500 Schüler geplant ist, mit seiner Umgebung verzahnen und platzieren ihn auf dem nördlichen Teil des Grundstücks, um eine „eindeutige Adresse“ an Fritz-von-der-Lancken-Straße zu formulieren – eine Entscheidung, die ebenfalls ein Großteil der ausgezeichneten Entwürfe gemeinsam hat. Damit eine optimale Belichtung und einfache Orientierung erreicht wird, gruppieren die Architekten die Klassenräume um einen begrünten Hof und setzen diese klare Struktur im Inneren fort. Im Anschluss an den Haupteingang entsteht ein großzügiges Foyer. Alle Gebäudeteile sollen von hier aus schnell auffindbar und erreichbar sein. Sporthalle, Mehrzweckraum und Horträume samt Verwaltung befinden sich im Erdgeschoss, während im Obergeschoss die sechs Clusterbereiche übersichtlich angeordnet sind. Insgesamt liefere der Entwurf einen „überraschend entspannten Beitrag“ zur Lösung der funktionalen, gestalterischen und städtebaulichen Ansprüche an diesem aus sich heraus nicht großzügigen Ort, lobt das Preisgericht.

AFF Architekten verstehen den Schulneubau als eine „städtebauliche Reparatur“ der Garnisonsarchitektur. Ihr Entwurf sieht einen kompakten, an seinen Giebelseiten schlanken, dreigeschossigen Neubau vor, der die historische „Riegeltypologie“ aufgreifen, jedoch eigenständig nach seinen Anforderungen ausformulieren soll.  Versprünge und Aufweitungen in der Kubatur sorgen für die beabsichtigte städtebauliche Setzung; Grundschule mit Hort und Sporthalle bilden eine „Gebäudeeinheit“, und der ehemalige Reitplatz wird zum neuen „Schulplatz“. Der Entwurf überzeugte die Jury vor allem „durch seine räumliche Vielfalt und Qualität, durch die plastische Durcharbeitung von Baukörper und durch die wertige Materialität.“ Kritisch diskutiert wurde u.a. die überwiegende Ausrichtung der Klassenräume nach Norden sowie die strukturell noch ungeklärte Überbauung der Sporthalle.

Der drittplatzierte Entwurf von Petzi+Petzi Architekten schlägt ein zweigeschossiges, kompaktes Gebäude vor, das sich über die Länge des Grundstücks zieht und den Schwerpunkt Verkehr auf der einen und Freiflächen auf der anderen Seite setzt. Eine zentrale „Lernstraße“ bildet das Rückgrat der Gesamtanlage, während eine lineare „Grünachse“ die Schulanlage flankiert. Hier überzeugte die Fassadengestaltung die Jury hinsichtlich „ihrer Formulierung, ihrer Farbigkeit und der Materialwahl“ nicht – und auch baurechtlich hat der Entwurf laut Protokoll des Preisgerichts einen Mangel: Für die zehn Nutzungsbereiche im Obergeschoss fehle nämlich der zweite Rettungsweg.

Alle Entwürfe werden vom 14. bis 22. September 2016 in der Aula des Helmholtz-Gymnasiums ausgestellt – koordiniert wurde das Wettbewerbsverfahren von dem Berliner Büro Keller Elles & Kollegen.

Für das Team von SEHW Architektur geht es nun weiter. Bereits im nächsten Jahr soll mit den Bauarbeiten begonnen werden, so dass der Neubau Ende 2019 fertig gestellt werden kann. Die Brutto-Baukosten betragen 19 Millionen Euro.


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1. Preis: SEHW Architektur Berlin

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2. Preis: AFF Architekten

2. Preis: AFF Architekten

3. Preis: Petzi+Petzi Architekten

3. Preis: Petzi+Petzi Architekten

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