Bauhaus-Archiv extended
Wettbewerb für Erweiterung in Berlin
Die Zeichen deuteten schon darauf hin: Letzte Woche eröffnete das Bauhaus-Archiv den temporären Pavillon bauhaus re use. Dieser soll als neuer Veranstaltungsort dienen – das Archiv, das zugleich ein Museum für Gestaltung ist, braucht also mehr Platz. Offenbar nicht nur für begrenzte Zeit. Deshalb hat das Land Berlin für das Archiv jetzt einen Wettbewerb ausgelobt. Das ehrwürdige Gebäude, von Bauhausgründer Walter Gropius selbst entworfen und 1979 fertig gestellt, soll denkmalgerecht saniert und erweitert werden.
Offizieller Anlass ist das bevorstehende 100. Jubiläum des Bauhauses. Pünktlich zum Jahr 2019 soll das Bauhaus-Archiv / Museum für Gestaltung in Berlin den Neubau erhalten. Zukünftig sollen die Funktionen des Bauhaus-Archivs und des Museums für Gestaltung auf zwei Gebäude verteilt werden. Das Bestandsgebäude ist für das Archiv vorgesehen, der zukünftige Erweiterungsbau soll dem Museumsbetrieb dienen. Damit würde die Sammlungs- und Ausstellungsinstitution den massiv ansteigenden Besucherzahlen der letzten Jahre gerecht werden können.
„Erwartet werden Entwürfe“, heißt es in der Pressemitteilung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, „die sich architektonisch mit dem Bestandsgebäude von Walter Gropius auseinandersetzen und es respektieren, aber zugleich eine eigenständige Architektur entwickeln.“
Im Oktober 2015 soll der Siegerentwurf ermittelt werden. Bauherr ist das Land Berlin, finanziert wird das Projekt anteilig zur Hälfte vom Bund und vom Land Berlin. 15 Architekturbüros wurden bereits zu dem nichtoffenen Wettbewerb eingeladen, bis zu 35 weitere werden im Rahmen eines Auswahlverfahrens zusätzlich ermittelt. Die Wettbewerbsergebnisse werden in einer Ausstellung öffentlich vorgestellt.
Eine Bekanntmachung des Architekturwettbewerbs ist auf der Website des Bauhaus-Archivs zu finden.
Fotos: Markus-Hawlik, Bauhaus-Archiv, (c)VG-Bild-Kunst
Sie vergessen jedoch, dass es nicht nur Berufsanfänger gibt, die einen Wettbewerb mitmachen, sondern auch hoch qualifizierte Architekten, die jedoch auf einen offenen Wettbewerb angewiesen sind, da Ihnen Ihre langjährige Tätigkeit z.B. als angestellter Projektleiter bei beschränkten Wettbewerben nicht anerkannt wird. Wenn jedoch trotzdem so viele schlechte Arbeiten bei offenen Wettbewerben zu beklagen sind, dann kann man diese doch recht schnell identifizieren. Um den Prüfaufwand auf der einen Seite und den Arbeitseinsatz auf der anderen Seite gering zu halten, wäre ein mehrphasiges Verfahren zu empfehlen. Und was die Umsetzung angeht - Francesco Stella hatte auch noch nichts gebaut und kooperiert nun offenbar gut mit einem größeren Büro. Eine ARGE zwischen einem erfahrenen Büro und dem kreativen Kopf könnte das Problem folglich lösen. Ihr letzer Absatz verliert sich leider etwas im Dubiosen - fest steht, wer keinen Zugang zu einem Wettbewerb bekommt, muss sich den alten Herrschaftseliten andienen und dort für ein knappes Gehalt die Wettbewerbe machen, zu denen er selbst nicht zugelassen wird. Oder von was soll der Lebensunterhalt bestritten werden? Diese Abhängigkeit konsoldiert die Machtverhältnisse. Das Wettbewerbswesen ist ein beschränkter Mark, ist daher verzerrt und widerspicht der freien Entfaltung des Individuums. Es ist undemokratisch und kapitalisitisch mit Hilfe der öffentlichen Organe und Institutionen.
Planung (min. Leistungsphase 2 oder Wettbewerb) eines Museumsbaus innerhalb der letzten 10 Jahre (2004 bis 2014) Erfahrung im Umgang mit denkmalgeschützter Bausubstanz innerhalb der letzten 10 Jahre (2004 bis 2014, Fertigstellung spätestens 2014) mit min. 5 Mio EUR Baukosten (KG 300 und 400 netto) (mit Foto belegen) mindestens einen Preis in einem Realisierungswettbewerb für ein öffentliches Bauvorhaben innerhalb der letzten 10 Jahre (2004 bis 2014) Die Erfahrungen sind als Tätigkeit im eigenen Büro nachzuweisen." vordergründige gegenbeispiele, farce-nachwuchs-wettbewerbe, wie jener in der ersten stufe für die zentralbibliothek auf dem tempelhofer feld einer war, bringen auch kein junges büro voran. frei nach max in kommentar 7, wird teilnahmslosigkeit - ob als nicht-teilnahme am wettbewerb oder im sinne fehlender eigeninitiative dabei, die rahmenbedingungen zu ändern, architekten-generationen keinen schritt weiterbringen. entwerfen zu können wird uns ja nachgesagt, also: DESIGN PROTEST!
da sich vielleicht auch unser etwas träger und mitunter zu larmoyanz neigener berufsstand über social media am einfachsten organisieren lässt: https://wbwa.wordpress.com - diagnose zum wettbewerbswesenaktuell ps. liebe baunetz-redaktion, nehmt mal die rolle der berufsstand-lobbyisten ein und lasst bei entsprechender resonanz eure presse-kontakte zu nicht-architekten-presse-kollegen spielen. pps. veröffentlichen!