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https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Weitere_Solo-Haeuser_fuer_Katalonien_geplant_3206489.html

05.06.2013

Kristall, Kreis, Riegel

Weitere Solo-Häuser für Katalonien geplant


Die Solo-House-Initiative des Architekturmäzens Christian Bourdais nimmt langsam Fahrt auf. Seine Idee ist es, aufstrebende junge Architekturbüros mit dem Entwurf von Ferienhäusern zu beauftragen, die er dann unter dem Markenname Solo Houses verkaufen will. Kompromisslose Architektur soll so im katalanischen Matarraña entstehen. Nachdem die Arbeiten des diesjährigen Serpentine-Architekten Sou Fujimoto und von Pezo Von Ellrichshausen Architects nun in der Vermarktung sind, wurden jetzt die Projekte von Didier Faustino (Paris/Lissabon), Office KGDVS (Brüssel) und MOS Architects (New York) vorgestellt.

Faustinos Entwurf richtet den Blick eher nach innen. Wie ein opaker Kristall sieht sein Haus aus, wobei die einzelnen Verästelungen als Lichtschächte dienen und nur punktuelle Ausblicke in die Landschaft zulassen. Der hölzerne Innenraum hat einen fragmentarischen und zersplitterten Charakter. Kaum gerade Flächen und rechte Winkel gibt es, und die verschieden Funktionen sind in Wandnischen und auf schwebenden Ebenen untergebracht, die durch steile Treppen verbunden sind. Nur ganz unten gibt es in Form des Swimmingpools einen Ruhepol, in dem die Bewohner sich mit Blick nach draußen treiben lassen können.

Ganz im Gegensatz dazu sucht Office KGDVS die größtmögliche Einfachheit durch die Überlagerung von Innen- und Außenraum. Ein leichtes kreisrundes Dach bildet eine Art Wandelgang, der die Grundfläche des Hauses als ein Ausschnitt der Landschaft definiert. Die eigentlichen Wohnräume sind als flache Linsen an drei Seiten unter das Dach geschoben. Was allerding auf den ersten Blick beengt wirkt, erklärt sich auf den zweiten Blick: Nicht die Räume sind klein, sondern der Kreis ist groß. Das Haus von KGDVS ist im Grunde eine riesige Villa, die mit minimalem Ressourceneinsatz auskommen soll.

Vom Haus als Landschaft zur Landschaft aus Häusern, so könnte man das Projekt von MOS Architects beschreiben. Mehrere kantige Riegel ragen hier monumental zwischen den Bäumen auf, allesamt verbunden durch schmale Übergänge. Das Haus mäandert über die Hügel und definiert so kleinere und größere Außenräume, die den einzelnen Programmen des Hauses zugeordnet sind. Gleichzeitig ermöglichen das begrünte Dach und die rohen Betontürme mit ihren großen Panoramafenstern ganz unterschiedlich Ausblicke auf die weitere Landschaft.

Auch die zweite Runde der Solo Houses ist also durchaus vielversprechend, und gespannt kann man auf die nächsten Projekte von TNA Takei Nabeshima und Johnston Marklee warten. Dass sich das Haus von Pezo von Ellrichshausen Architects nun tatsächlich im Bau befindet, ist dabei beruhigend, zeigt es doch, dass es sich bei Christian Bourdais' Architekturträumen nicht nur um Hirngespinste handelt.


Zum Thema:

www.solo-houses.com


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Didier Faustino

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