Vierseithof neu interpretiert
Villa nahe Peking von Archstudio
Vier kubische Baukörper aus roten Ziegeln, die sich im Viereck gegenüberstehen, dazwischen ein Glaspavillon, darüber ein dunkles Walmdach – die Courtyard Villa in Tangshan in der nahe Peking liegenden Provinz Hebei überzeugt durch eine schlichte, klare Struktur. Entworfen wurde das Wohnhaus vom Pekinger Büro Archstudio, das schon 2017 bei einem ganz in der Nähe befindlichen buddhistischen Schrein Feingefühl in Sachen Reduktion und Zurückhaltung bewiesen hat.
Zuvor befand sich auf dem 820 Quadratmeter messenden Grundstück ein altmodisch wirkendes Holzhaus aus dem vergangenen Jahrzehnt, das der private Eigentümer abreißen ließ, um Platz für ein neues Ferien- und Wochenenddomizil zu schaffen. Tradition und Modernität sollten dabei ineinanderfließen. Dementsprechend basiert das Gestaltungskonzept des 265 Quadratmeter großen Neubaus auf der Anlage traditioneller chinesischer Wohnhöfe, Siheyuan genannt, deren Zentrum ein auf allen vier Seiten von Gebäuden umschlossener Hof bildet. Diese sind durch eine introvertierte Struktur charakterisiert: Nach außen hin verschlossen wirkend, öffnen sie sich großräumig zum Hof hin.
Archstudio adaptierten diese Grundform auf eine ganz eigene Weise: Sie legten auf jeder Seite ein kleines fensterloses Volumen mit Flachdach an, das jeweils nur einen Raum umfasst. Hier befinden sich die intimeren Wohnbereiche: zwei Schlaf- bzw. Gästezimmer, ein Arbeitszimmer, die Küche. Licht und Luft kommen über kleine integrierte Höfe und halboffene, rasterförmig gemauerte Ziegelwände. Über den zwischen den vier Baukörpern liegenden zentralen Hof setzten die Architekten das Walmdach, verglasten die Außenwände und verwandelten den Raum so einen hellen, großzügigen Wohn- und Empfangsbereich, in dem die umgebende Landschaft stets gegenwärtig ist.
Ziegel, Holz und Glas dominieren die Materialpalette des Hauses. Die vier Zimmer sind als Stahlkonstruktion angelegt, die Decken bilden Ortbetonplatten mit sichtbarer Holzverschalungsstruktur, während die Wände aus einem zweischaligen Ziegelmauerwerk mit Wärmedämmung bestehen. Das zentrale Walmdach ist mit verkohlten Holzfliesen gedeckt, im Innenraum liegt die Holzbalkenkonstruktion offen und lässt Höhe und Weite entstehen. (da)
Fotos: Wang Ning
liegt sicher an der fehlenden regenrinne.
kommt erst mal wieder auf den boden und hört auf das falsche zu rauchen, wenn ihr häuser schon vermeintlich schwebend seht.
es ändert nichts.
immer noch murx.
im Bild 33 ist das Konzept der Raumentwicklung geklärt.
Es kommt von den traditionellen Beijing Siheyuan (Chinesischer Wohnhof) in Hutong (Bezeichnung für die Gasse in Beijing).
Obwohl m. E. sehr entfremdet ist.
Raumentstehung durch auseinanderziehen, entdichten wie bei FLWs Roobiehaus.
Prozess der Raumentfaltung wie bei Dessauer Bauhaus, dessen Trakte sich passgenau zusammenschieben und -drehen lassen. Hier sogar noch im Straßennetz.
So ein Raum lehnt sich nirgends an, ist aus sich selbst erzeugt wie eine Rose oder ein aufgeklapptes Taschenmesser, eine entfaltete Raumstation, besitzt eine eigene Raummechanik, ein vorher nachher, wie Gebirgsprozesse oder ein Baum.
Auch beim Taj Mahal die wie vom Zentralbau abgesprengten Minarette mit dem so entstehenden Raum dazwischen.
Diese Zentrierung erlaubt Gegenpavillons wie etwa auf Bild 5 für die Autos, gern auch schöner.
Und am Dach hängt dann alles samt Umgegend wie bei FLW und entlastet die Schwerkraft zum Schweben.
Freiraum als Entdichtung?
mir ist es etwas zu "backsteinig-hozig" aus einem guss, aber schöne innen/aussenräume.
auh die verschiedenen gartenbereiche die am anwachsen sind. hier häte man die gebäudeflügel auch etwas "reinragen" lassen können, platz war ja da....
bei der beleuchtung hätte man anstatt des flutlichtmastes aus dem stadionzubehörladen auch etwas feinfühliger und spannender vorgehen können....