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25.01.2017

Lagerhaus und Wasserlage

Vilhelm Lauritzen und COBE in Kopenhagen


Der Hafen von Kopenhagen ist um ein weiteres sehenswertes Projekt reicher. Bereits seit einigen Jahren entstehen hier spannende öffentliche Kulturbauten und neue Wohnprojekte, die den langgezogenen Wasserlauf im Zentrum der Stadt zu einer echten Promenade zeitgenössischen Bauens machen. Mit Krøyers Plads haben die beiden lokalen Büros COBE und Vilhelm Lauritzen nun in hervorragender Lage ein weiteres beachtenswertes Stück Architektur realisiert. Die Bauten besetzen eine städtebaulich äußerst prominente Stelle gegenüber des Altstadtkerns und des Königlichen Schauspielhauses – ihren Bewohnern bieten sie also beste Ausblicke.

Insgesamt entstanden drei fünfgeschossige Baukörper mit insgesamt 105 Wohnungen, die zwischen 79 und 250 Quadratmeter groß sind. Auf der Erdgeschossebene liegen Restaurants, Läden und ein Supermarkt. Der Freiraum zwischen den Bauten ist öffentlich und fungiert als Teil der Uferpromenade. Zwei der Bauten stehen mit ihren Schmalseiten zum Wasser. Stehende Fenster und gut platzierte Balkone schaffen ein klares und zugleich belebtes Fassadenbild. Der dritte Bau liegt dahinter und orientiert sich mit seiner Längsseite zum Hafen. Die Fassade ist weitaus transparenter. Hier dominieren raumhohe Fensterflächen.

Der Entwurf ist offensichtlich aus der Auseinandersetzung mit den Lagerhäusern der näheren Umgebung entwickelt. Die Schwere und Tiefe der Baukörper, die rostroten und braunen Schindeln und Ziegel an den Fassaden sowie die Orientierung der Bauten mit ihren schmalen Giebelseiten zum Wasser folgen der Typologie der stadtbildprägenden, alten Speicher. Die Interpretation des Gegebenen ist logisch, das Ergebnis aber auch ein Stück weit vorhersehbar. Das Projekt folgt den Mechanismen hochwertigen Investoren-Wohnungsbaus, auch wenn die Architekten in ihrer Meldung zum Projekt herausstreichen, dass ihr Entwurf „hyper-demokratisch“ sei, da verschiedene Entscheidungen im Dialog mit der Nachbarschaft getroffen wurden. Weniger diskussionswürdig als diese Selbstbeschreibung ist sicherlich der ökologische Standard, den das Projekt erfüllt. Laut Architekten handelt es sich um das erste Wohngebäude weltweit, das die Kriterien des Nordic Ecolabels erfüllt. Vor wenigen Tagen wurde das Projekt mit dem Green Good Design Award ausgezeichnet.

Fast zeitgleich mit der Fertigstellung von Krøyers Plads zum Jahreswechsel 2015/16 konnten COBE nur wenige Meter entfernt einen wichtigen Wettbewerb gewinnen. Auf dem Areal Papirøen – zwischen Krøyers Plads und dem Opernhaus gelegen – werden die Architekten ein Quartier mit gemischter Nutzung realisieren. Die projektierten, hohen Baukörper mit ihren charakteristischen, steilen Dachformen erinnern wiederum an Erick van Eggerats städtebauliche Studie aus dem Jahr 2003 für Krøyers Plads. So schließen sich hier am Hafen die Kreise. (gh)

Fotos: Rasmus Hjortshøj / COAST


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