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https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Umbau_von_Studio_Noun_in_Nesslau_8615182.html

21.06.2024

Refugium in alter Scheune

Umbau von Studio Noun in Nesslau


Einen sensiblen Eingriff in den historischen Bestand nahm das Zürcher Studio Noun in der Schweizer Gemeinde Nesslau im Kanton St. Gallen vor. Den 200 Quadratmeter großen Strickbau aus der Mitte des 19. Jahrhunderts wandelten sie von der vorherigen Nutzung als Pferdestall und Unterstand für das Fuhrwerk in ein privates Refugium um. Hierfür schoben sie ein Einraum-Studio in das Volumen ein und ertüchtigten zudem die vorhandene Struktur. Ein Wohnhaus in etwas größerem Maßstab konnte das Planerteam bereits vor einigen Jahren in einer benachbarten Ostschweizer Gemeinde realisieren.

Im Zentrum der Planung für die ehemalige Scheune in Nesslau standen die bewusste Auseinandersetzung mit der regionalen Baukultur und ein schonender Umgang mit Ressourcen. Den Architekt*innen war es nach eigenen Angaben wichtig, beim Umbau auf die traditionellen Bauweisen und lokal verfügbaren Materialien zurückzugreifen. Durch punktuelle Eingriffe und Instandsetzungen blieb die äußere Erscheinung des Gebäudes nahezu unverändert. Dabei setzen sich Neuerungen und Adaptionen farblich und sichtlich vom Bestand ab. Das Schindelunterdach, die Blockbauweise und die Fassade konnten die Planenden fast gänzlich erhalten. Dazu sicherten sie die Dachziegel des Bestandbaus und verbauten diese erneut. Aus dem Abriss einer anderen Scheune in der Region seien alte Backsteine geborgen und als Bodenbelag im neuen Projekt wiederverwendet worden, so Studio Noun.

Auch im Inneren löst sich das Alte vom Neuen. Konstruktiv sind alle Anpassungen vom Bestand entkoppelt. Die Stützen und Fundamente der neu eingezogenen Ebene auf Höhe des alten Heubodens bleiben in ihrer Ausformulierung eigenständig erkennbar. Die charakteristische Kombination von Fichte und Esche, die häufig in der Region verwendet wird, findet auch hier Anwendung. Das Holz stammt ebenfalls aus der Umgebung und wurde von lokalen Handwerker*innen nach traditioneller Zimmermannsart mit klassischen Holzverbindungen aus Eschedübeln gefügt.

Über eine neue Treppe wird das eingeschobene Einraum-Studio erschlossen. Darin befindet sich auch ein Holzspeicherofen mit Kochmöglichkeit. Hinter grünen Klapptüren verbergen sich eine Schlafnische und eine Nasszelle, die räumlich dazugeschaltet werden können. Die Baukosten beliefen sich nach Angaben der Architekt*innen auf umgerechnet rund 580.000 Euro. (sin)

Fotos: Zsigmond Toth


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