Zeughaus wird Fakultät für Design
Umbau von Staab Architekten in München
Mit Beginn des Wintersemesters 2018/19 hat die Fakultät für Design der Hochschule für angewandte Wissenschaften München ihre neue Heimat bezogen: das historische Zeughaus in der Lothstraße 17. Morgen wird das Haus, das nach Plänen von Staab Architekten aus Berlin umgebaut und um einen Pavillon erweitert wurde, offiziell eröffnet. Die Planungs- und Bauzeit hatte sich von den ersten Überlegungen, das Zeughaus umzunutzen bis zum Einzug der Fakultät über zehn Jahre hingezogen, die Gesamtbaukosten liegen bei 62 Millionen Euro.
Die Architekten, die nach einem Verhandlungsverfahren beauftragt wurden, wollten die verloren gegangene Raumkomposition des denkmalgeschützten Gebäudes aus dem Jahr 1866 wiederherstellen und mit wenigen gestalterischen Mitteln an die neue Nutzung anpassen. Das Haus bietet nun Platz für einen großen und einen kleinen Hörsaal, Projekträume, Gemeinschaftsbüros, Holz-, Metall- und Druckwerkstätten, Claystudio, Fotostudio, einen großen Multifunktionsraum und jede Menge Ausstellungsflächen. Drei Materialien dominieren den Umbau: rustikaler Dielenboden, Einbaumöbel aus zementgebundenen Holzwerkstoffplatten und roh belassene Aluminiumoberflächen an Brüstungen und Türen. Sie kontrastieren mit den weiß verputzten Innenräumen und sollen zum kreativen Arbeiten anregen.
Der neu hinzugefügte, verglaste Pavillon im Ehrenhof ist einerseits für Ausstellungen, Präsentationen und als temporärer Arbeitsplatz konzipiert. Andererseits ermöglicht er Sichtachsen durch die gesamte Gebäudetiefe und dient als Verteiler, der die beiden Flügel mit den Projekträumen im ersten Obergeschoss durch eine Brücke verbindet. Sein mehrfach gefaltetes Dach kragt über die umlaufende Glasfassade aus und lässt die Raumgrenze zum Campus und zum Hof des Altbaus verschwimmen, so die Architekten. Für die Freiraumplanung sind Levin Monsigny Landschaftsarchitekten aus Berlin verantwortlich.
Die Fakultät für Design der Hochschule München gilt als die größte staatliche Institution für akademische Designforschung und -lehre in München. Sie ging aus drei Vorgängerinstitutionen hervor. Mit dem Umzug in die Lothstraße 17 sind nun erstmals alle Studiengänge und Studienrichtungen unter einem Dach vereint. Nördlich des neuen Standortes plant die Stadt München auf dem 20 Hektar großen Gelände der ehemaligen Luitpoldkaserne das Kreativquartier, ein Stadtviertel, in dem Wohnen und Arbeiten mit Kunst, Kultur und Wissenschaft verknüpft werden. (fm)
Fotos: Oliver Jaist, Antonia Wolf, Franz Schmid
Auch kein Schriftsteller
Warum dann keine Nieten an der Decke? Eine Brüstung hat ja auch haptische Eigenschaften, ist das Material und die Ausführung dem Vandalismus geschuldet? Die Decke hatte ich eigentlich vergessen zu erwähnen - sie scheint irgendwie einem Kühlhaus entlehnt zu sein und das Dach des Pavillons wird auch nicht besser, wenn es nicht der Haupteingang ist.
Ich frage mich: Ist der Pavillon robust genug um studentischen Alltag auszuhalten? Das Dach des eingestellten Baukörpers ist für mich etwas Besonderes. Chapeau.