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26.07.2022

Kita in der Platte

Umbau von Aline Hielscher Architektur


Unweit des Hauptbahnhofes von Halle an der Saale befindet sich die Kindertagesstätte Kinderinsel. Das zweigeschossige Gebäude wurde zusammen mit den umliegenden acht- und elfgeschossigen Wohnhochhäusern geplant und 1968 errichtet. Seit den 90er-Jahren werden Wohnhäuser und Kindertagesstätte von unterschiedlichen Eigentümern betrieben.

Im letzten Jahr wurden Umbau und Sanierung der Kinderinsel durch das Leipziger Architekturbüro Aline Hielscher Architektur (Leipzig) in Zusammenarbeit mit USP Architekten (Berlin) fertiggestellt. Hielscher gründete ihr Büro 2016 und hat momenten drei feste Mitarbeiter*innen. Bauherr des Umbauprojekts war der Eigenbetrieb der Kindertagesstätten Halle (Saale). Nun bietet das Haus auf 1.200 Quadratmetern Nutzfläche Platz für die Betreuung von 130 Kindern.

Die Einrichtung wurde 1968 als sogenannte Kinderkombination errichtet  – bestehend aus einer Krippe und einer Kindertagesstätte. Je ein Treppenhaus diente zur Erschließung der einzelnen Bereiche. Heute wird die Kindertagesstätte als Einheit genutzt. Die fehlende Verbindung zwischen den beiden Treppenhäusern wurde durch einen neuen, raumhoch verglasten Korridor an der Rückseite des Hauses hergestellt, der das neue räumliche Rückgrat der Insitution bildet. Erschlossen wird das Gebäude nun hauptsächlich über das südliche Treppenhaus.

Die neuen Grundrisse basieren auf der Stahlbeton-Ferttigteilkonstruktion des Gebäudes. Die achtachsige Grundstruktur mit einem Raster von sechs Metern Breite stellte sich als „überraschend flexibel“ heraus, schreiben die Planer*innen. Beispielsweise wurden im Erdgeschoss zwei Achsen zu einem Essbereich zusammengefasst. Dieser ist von der zentral angeordneten Garderobe zu erreichen, durch die außerdem der Personalbereich erschlossen wird. Die Lage dieses Bereiches im Gebäude ermöglicht kurze Wege für die Kontakte zwischen Eltern, Kindern und Kitamitarbeiter*innen.

Ein Hauptmerkmal der Sanierung sind die Holz-Aluminium-Fenster, vor allem auf der Westseite des Gebäudes, die durch tiefe, in den Raum ragende Fensterbretter einen Bezug nach außen schaffen. Die Baukosten lagen bei circa 2,1 Millionen Euro netto für die Kostengruppen 300 und 400.

Fotos: Celiá Uhalde
Text: Luise Thaler



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