Vom Campingplatz zum Freizeitzentrum
Umbau und Erweiterung von atelier quatre und r2k architectes in Limoges
In der im nordwestlichen Zentralmassiv gelegenen Stadt Limoges haben r2k architectes (Meylan) und atelier quatre (Limoges) im Auftrag der Kommune einen ehemaligen Campingplatz in ein Freizeitzentrum umgewandelt. Auf dem drei Hektar großen Gelände in der Nähe eines Sees und eines Waldes wurden vier Bestandsbauten saniert und an das Angebot für Kinder von drei bis elf Jahren angepasst. Neu hinzugekommen sind sechs pavillonartige Häuser, bei denen zu großen Teilen wiederverwendetes Holz sowie Stroh und Lehm zum Einsatz kamen.
Das neue Centre de loisirs d’Uzurat ist nicht nur als Tagesstätte konzipiert, sondern bietet auch Übernachtungsmöglichkeiten. Zwei der Bestandsgebäude wurden zu Werkstätten und einem Speisesaal für Drei- bis Fünfjährige umgebaut, ein weiteres wird auch in Zukunft als Dusch- und Küchengebäude für den zu Teilen erhaltenen Campingbereich genutzt. Der ehemalige Empfangsbereich dient nun als Abstellraum für Fahrräder und Gartengeräte.
Mit den Neubauten umfasst die 2025 fertiggestellte Anlage rund 2.500 Quadratmeter Nutzfläche. Neben altersdifferenzierten Bereichen finden sich hier Rezeption und Verwaltung, ein Mehrzweckraum, Werkstätten für Naturwissenschaften, Multimedia und Handwerk, ein Restaurant mit Lehrküche sowie Schlafräume für 36 Kinder und deren Begleitpersonen. Prägend für das Ensemble sind die etwa 884 Quadratmeter umfassenden, teilweise überdachten Terrassenflächen, die die Gebäude zu einem zusammenhängenden Ganzen verbinden und geschützte Spielbereiche bieten. Farblich differenzierte Fassadenelemente markieren die unterschiedlichen Nutzungen und erleichtern die Orientierung.
Die Gestaltung der Außenflächen verantwortete Christophe Le Huger. Hier finden sich Flächen für Mannschaftssportarten wie Volleyball oder Fußball ebenso wie für Bogenschießen oder Boule. Außerdem gibt es einen Teich, einen Fahrradparcours und ein kleines Freilufttheater. Weitere Bereiche ermöglichen das Klettern, Rutschen und Balancieren. Ein Teil des ehemaligen Campingplatzes blieb als Naturraum erhalten, der dichten Baumbestand, aber auch Wiesenflächen bietet. Im zentralen Hof wird das Regenwasser zur Bewässerung des Gemüsegartens und zur Rückhaltung gesammelt.
Die Neubauten bestehen aus einer Holzrahmenkonstruktion aus Fichte mit Strohfüllung und äußerer Holzfaserdämmung. Für die Dächer kam mangels Zulassung für Stroh eine Zellulosedämmung zum Einsatz, während die sanierten Sanitärpavillons mit Kalk-Hanf gedämmt wurden. Die Überdachungen im Außenbereich bestehen aus Brettsperrholz, während die Fassaden mit Douglasie verkleidet und die Terrassen mit Robinienholz belegt wurden.
Im Innenausbau dominiert wiederverwendetes Holz, ergänzt durch Lehmputz sowie mineralisiertem Holz an den Decken. Als Wandverkleidung wurden unter anderem das alte Parkett einer Turnhalle und rückgebaute Türen verwendet. Insgesamt wurden rund 230 Quadratmeter wiederverwendete Holzverkleidungen verbaut. Außerdem funktionierten die Planer*innen alte Metallregale zu Magnettafeln um und ließen Garderobenhaken aus alten Stuhlbeinen fertigen. Außentreppen bestehen aus vor Ort gewonnenen Pflastersteinen. Fliesen und Sanitärobjekte wurden erneut eingesetzt. Eine ehemalige Holzgarage wurde zur Bushaltestelle und zum Spielhaus umgebaut. (dsm)
- Fertigstellung:
- 2025
- Architektur:
- Atelier Quatre und r2k architectes
- Landschaftsarchitektur:
- Christophe Le Huger
- Thermik und Umwelttechnik:
- Maya
- Akustik:
- Orfea
- Gebäudetechnik:
- Larbre ingénierie
- Technisches Planungsbüro Holz- und Betonstruktur:
- Hemery Limoges
- Bauherrschaft:
- Stadt Limoges
- Fläche:
- 2.534 m² Nutzfläche
- Baukosten:
- 5.900.000 €